GER 341: German Literature
Oregon State University
December 3, 1997


Jakob (1785-1863) und Wilhelm (1786-1859) Grimm

von Ryan Johanson

Zwei von den berühmtesten Schriftstellern aller Zeiten sind die Brüder Grimm, die Märchen und Volkssagen schrieben. Am 4. Januar 1785 wurde Jakob Ludwig Carl Grimm geboren. Am 24. Februar 1786 wurde sein Bruder Wilhelm Karl Grimm geboren. Sie wurden beide in Hanau, Deutschland geboren. Hanau liegt in der Nähe von Frankfurt am Main. Jakob und Wilhelm hatten drei Brüder und eine Schwester. Jakob war am ältesten und Wilhelm war ein Jahr jünger. Ihre Eltern liebten die Kinder, und die Familie lebte ein gutes Leben. Der Vater Philip Wilhelm Grimm war Anwalt und Amtsmann. Wegen seiner Arbeit wurde er nach Steinau versetzt. Deshalb zog er mit seiner Familie im Jahr 1791 von Hanau nach Steinau um. Das neue Haus war sehr groß und sie hatten mehrere Hausdiener.

Leider starb der Vater 1796, weil er eine Lungenentzündung, ein schlechte Krankheit, hatte. Er war nur 44 Jahre alt, und Jakob und Wilhelm waren nur 11 und 10 Jahre alt. Die unbeschwerte Kindheit und das gute Ansehen endeten, weil die Mutter die Familie nicht mehr erhalten konnte. Sie waren jetzt sehr arm. Die Familie mußte das Haus verkaufen, und sie konnten nicht mehr Hausdiener haben. Jedoch hatten die Brüder Glück. Henriette Zimmer, eine Schwester der Mutter, kümmerte sich um die Familie. Henriette wollte helfen, so daß die Brüder auf die Schule gehen konnten. Im Jahr 1789 kamen sie in Kassel an.

Die Schule, Lyceum Fridericianum, in Kassel hatte sieben Klassen. Die vier obersten Klassen waren für die Kinder, die an der Universität studieren wollten. Jakob kam in die untereste Klasse, aber Wilhelm brauchte ein Jahr, um Nachhilfestunden zu bekommen. Obwohl sie in der unterste Klasse waren, hatten sie Disziplin, Ausdauer, und viel Interesse für die Literatur und die Grammatik. Bald wurden sie zu den Besten ihrer Klassen. Sie liebten Literatur, und in ihrer Freizeit lasen sie viel Bücher. Die Familie war noch sehr wichtig, und sie schrieben sich regelmäßig Briefe.

Im Jahr 1803 studierte Jakob an der Universität Marburg. Es war eine schwere Zeit ohne seinen Bruder Wilhelm. Im Febuar schon schrieb Wilhelm: "...there is nothing to tell you (Jakob) about the first few days after parting from you except that I was very sad..." (Michaelis-Jena 31).

Im nächsten Jahr kam Wilhelm auch nach Marburg, um an der Universität zu studieren. Obwohl sie viel Interesse für die Literatur und die Grammatik hatten, studierten sie Jura an der Universität, nicht weil der Vater Anwalt war, sondern weil es der Wunsch ihrer Mutter war. Sie hatten auch Zeit, um viele andere Sprachen, Geschichte, und Literaturwissenschaft zu studieren. Weil die Brüder Grimm die Söhne einer armen Familie waren, hatten sie eine schwere Zeit an der Universität. Die meisten Studenten waren aus wohlhabenden Familien, und die Brüder Grimm konnten an dem gesellschaftliche Leben nicht teilnehmen.

Während Jakob an der Universität studierte, interessierte er sich für der Geschichte der Rechtswissenschaft und der Sitten. Um über die Sitten und frühere Sprachen nachzuforschen, begannen die Brüder Grimm Märchen und Volkskundliche Dokumente zu sammeln. Friedrich Karl von Savigny (ein Professor der Brüder) war auch ein großer Einfluß auf die Brüder. Im Jahr 1804 fuhr Jakob mit Friedrich nach Paris, um ihm zu helfen. Es war das Ziel von Friedrich, alte Manskripte zu finden. Während Jakob in Paris war, zog Mutter Grimm nach Kassel. Sie wohnte drei Jahre in Kassel, bis sie im Jahr 1808 starb. Im Jahre 1806 wurde Jakob Sekretär beim hessischen Kriegskollegium. Nach dem Tod ihrer Mutter zog Jakob nach Kassel zurück.

Jetzt war Jakob Vormund seiner Geschwister, weil er am ältesten war. In Kassel war er Bibliothekar in derselben Bibliothek, wo Wilhelm als Sekretär arbeitete. Die Brüder waren wieder zusammen! Weil Wilhelm an schlechter Gesundheit litt, konnte er als Rechtsanwalt nicht arbeiten. Jakob und Wilhelm arbeiteten bis 1829 in der Bibliothek zusammen. In ihrer Freizeit sammelten sie noch mehr Märchen und Legenden. Im Jahr 1815 war Jakob auch auf dem Wiener Kongreß und wieder in Paris. Als Wilhelm 39 Jahre alt war (1825), heiratete er Dortchen Wild. Jedoch heiratete Jakob nie. Er wohnte mit Wilhelm und Dortchen und den Kindern von Wilhelm und Dortchen. Die Brüder Grimm wohnten auch zusammen, während sie an der Universität studierten. Ihr ganzes Leben arbeiteten und wohnten sie zusammen.

Im Jahr 1830 gingen Jakob und Wilhelm nach Göttinger. Jakob wurde Bibliothekar und ordentlicher Professor, Wilhelm nur Bibliothekar und er war erst 1835 ordentlicher Professor an der Universität. Wilhelm war Professor nur zwei Jahre, bis zum Protest der Göttinger Sieben. Sie protestierten gegen die Aufhebung der Verfassung von 1833 durch König Ernst August II. von Hannover. Die Brüder wurden aus dem Staatsdeinst an der Universität Göttingen entlassen. Dann zogen sie nach Kassel zurück. Drei Jahre später wurden Jakob und Wilhelm an die "Akademie der Wissenschaft" in Berlin berufen, und so zogen sie im Jahr 1840 nach Berlin.

Durch ihr ganzes Leben arbeiteten Jakob und Wilhelm zusammen, um Märchen, Legenden, und Volkskunde aufzuheben. Ein großer Einfluß für die Brüder war die romantische Bewegungen der deutschen Literatur. Die deutsche Romantik hatte viele Merkmale und die Romantiker interessierten sich für die deutsche Geschichte, Mythologie, Natur, Fantasie, und das Übernatürliche. Diese Merkmale sind alle in den Märchen von den Brüdern Grimm zu finden.

Obwohl die Brüder Grimm viele Märchen von Freunden und Bekannten, die in und herum Kassel wohnten, bekamen, bekamen sie viele Geschichten von einer Frau, die in der Stadt Bodenprodukte verkaufte. Jakob und Wilhelm veröffentlichten die Märchen, weil sie dachten, daß die Märchen das Wesen des deutschen Volks ausdrückten. Es war das Ziel von Jakob und Wilhelm diese Märchen und Geschichten zu konservieren. Sie hatten Angst, daß immer weniger Leute die Geschichten mit Genauigkeit sagen konnten. Sie veröffentlichten Kinder- und Haus- Märchen im Jahr 1812, und es gab 86 Geschichten in dieser Sammlung. Drei Jahre später (1815) veröffentlichten sie die zweite Ausgabe. Dieses Mal machte Wilhelm die meiste Arbeit. Während die beiden an der ersten Ausgabe arbeiteten, waren diese Ausgabe und die dritte Ausgabe hauptsächlich die Arbeit von Wilhelm. Die zweite Ausgabe hatte 70 Geschichten, und am Ende hatte die letzte Ausgabe 210 Geschichten. Mit jeder Ausgabe gab es neue Geschichten, und alte Geschichten wurden geändert.

Die Brüder Grimm schrieben während der Romantik. Diese Literaturbewegung war am Ende des 18. Jahrhunderts und am Anfang des 19. Jahrhunderts. Früher (im 18. Jahrhundert) gab es viele kleine Staaten im deutschen Raum. Sie waren unabhängige Staaten, und es gab keine Nation. In der Romantik entwickelte man die Idee der deutschen Nation, und dann gab es immer mehr nationalen Stolz. Goethe, Mozart, Haydn, die Brüder Grimm, und Hegel unterstützten diese Idee. Jakob und Wilhelm Grimm interessierten sich für die Geschichte und die Kultur Deutschlands. Um über die früheren Zeiten zu lernen, begannen Jakob und Wilhelm die historische Forschung. Sie sammelten Geschichten, Legenden, Volksbücher, und Volksmärchen, weil sie mehr über die früheren deutschen Sitten und die deutsche Sprachen lernen wollten.

Weil viele Leute sich jetzt für die deutsche Kultur interessierten, wurden die Brüder Grimm sehr populär und berühmt. Die Leute interessierten sich für Volksmusik, Volkskunde, und alte Literatur. Deshalb waren Jakob und Wilhelm auch sehr wichtig, weil sie Volkskunde sammelten und veröffentlichten. Noch ein wichtiger Punkt der Romantiker war die neue Ideen über die Kinder und Kindheit. Kinder waren nicht mehr kleine Erwachsene, sondern etwas besonderes. Dieser Punkt war auch wichtig für Jakob und Wilhelm, und die meisten Geschichten von ihnen sind über Kinder.

Rotkäppchen, Hänsel und Gretel, Schneewittchen, Aschenbrödel, und Dornroschen sind die beliebtesten Geschichten von Jakob und Wilhelm Grimm. Sehr oft gibt es typische zugrundeliegende Themen und Strukturen in den Geschichten. Oft geht die Hauptfigur irgendwohin, wohin sie oder er nicht gehen soll, oder die Hauptfigur macht etwas, was sie oder er nicht machen soll. In vielen Geschichten gibt es auch einen Wald, und in den Wald ist es oft, wohin die Hauptfiguren nicht gehen sollen. Meistens ist der Wald gefährlich und schlecht. Die Kinder gehen oft allein in den, und das Übel erwartet sie. Ein gutes Beispiel ist Rotkäppchen. Sie geht in den Wald, und sie findet einen schlechten Wolf. Es gibt auch viel Symbolik in Grimms Märchen. Die Farben sind sehr oft symbolisch, und in Rotkäppchen ist rot symbolisch. Das Blut ist auch symbolisch in vielen Geschichten.

Obwohl die Märchen über 200 Jahre alt sind, sind sie noch sehr berühmt und bekannt heute. Jedoch sind sie nicht die Originalversionen, die Jakob und Wilhelm Grimm schrieben. Die Versionen, die wir kennen, wurden geändert, und sie wurden für Kinder weltweit seht wichtig. Disney wollte die Märchen nicht so schrecklich und furchtbar als die Originalversionen haben. Die Originalversionen enthalten gewöhnlich Blut, und Kinder, die ihre Arme, Füße, Finger, Zehen, usw. verlieren.

Ein gemeinsames Them in den Geschichten ist Streit in der Familie. Der Streit führt zu Gewalt, Rivalität zwischen den Kindern, und Eifersucht. Deshalb enthalten Grimms Märchen oft Gewalt, Blut, Kinder ohne Arme, usw. Aber gibt es auch gute Themen in den Märchen. Nicht nur unterhalten Grimms Märchen, sondern sie lehren auch, und sie haben oft eine Lehre. Im allgemeinen lehren Märchen oft, daß die Kinder ihren Eltern gehorchen sollten.

Obwohl die Brüder Grimm fast alles zusammen machten, machten sie auch ein bisschen ohne einander. Jakobs unabhägige Arbeit begann mit seiner Deutschen Grammatik (1819-1837). Hier entwickelte er ein Gesetz. Es heißt auf Englisch "Grimm's Law". Deutsche Rechtsaltertümer (1828) und Deutsche Mythologie (1835) waren die nächsten Bücher von Jakob. Hier untersuchte er die Rechtswissenschaft und die Religion in der deutschen Gesellschaft. Er gab auch Reinhart Fuchs (1834) heraus.

Wilhelm Grimm hatte viel mit den Kinder und Haus- Märchen zu tun. Seine unabhägige Arbeit begann mit seiner Übersetzung altdänischer Heldenlieder, Balladen und Märchen (1811). Im Jahr 1820 veröffentlichte er Die Deutsche Heldensage, nachdem er die deutsche Mythe studiert hatte. Er gab auch Freidanks Beschidenheit (1834) und Rolandslied (1838) heraus.

Grimms Märchen sind sehr wichtig und berühmt, aber die Brüder arbeiteten auch über die deutsche Sprache. Weil sie sich für die Sprache interessierten, entschieden sie sich im Jahr 1852, ein Wörterbuch zu schreiben. Darüber schreibt Peppard:

The German Dictionary is one of the greatest lexicographicalundertakings of all time. Its influence beyond the borders of Germany has been very significant; the format and principles of the great Oxford English Dictionary, for example, owe much to the Grimms' pioneering work (Peppard 179).

Wilhelm hatte mehr mit Kinder und Haus- Märchen zu tun, aber Jakob arbeitete mehr an dieser Aufgabe. Jakob interesserte sich auch sehr für Grammatik. Er hatte auch Deutsche Grammatik im Jahr 1837 geschrieben. Er dachte, daß die Sprache viele Fehler hatte, und er wollte sie immer verbessern. Die Brüder Grimm arbeiteten eine lange Zeit an dem Wörterbuch, aber sie konnten es nicht vollenden. Im Jahr 1859 starb Wilhelm, und im Jahr 1863 starb Jakob. Das Wörterbuch war nicht fertig. Eigentlich würde das Wörterbuch erst ein Hundert Jahre nach dem Tod Jakob fertig sein. Weil die Brüder so viel mit Literatur und Grammatik arbeiteten, ist die Sprache wichtiger für die Welt. Es ist unmöglich sich vorzustellen, wie die Welt wäre, wenn die Brüder Grimm Rechtsanwälte geworden wären.


Bibliographie

  1. Rebecca Brynteson, "The Brothers Grimm." [http://www.cas.usf.edu/english/walker/mla.html], November 1997.
  2. Verlag Gottlieb, "Brüder Grimm - Lebensdatem." [http://hanau.main.kinzig.net/grimmz.htp], November 1997.
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  4. Timothy Bush, "The Brothers Grimm." [http://www.thekids.com/kids/background/l.grimm/l.grimm.html], November 1997.
  5. Ludwig Denecke. Jacob Grimm und sein Bruder Wilhelm. Stuttgart: J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, 1971, pp. 40-201.
  6. Murray B. Peppard. Paths through the forest. New York: Holt, Rinehart, and Winston, 1971, pp. 1-235.
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