GER 341: German Literature
Oregon State Universtiy
December 3, 1997


FRIEDRICH SCHLEGEL (1772-1829)
VON MATT EDMONDS

Der Mann, Friedrich Schlegel, machte alles. Er war Kritiker, Dichter, behrümter Romantiker, Philosoph, und so weiter. Er hatte viele Ideen, die die deutsche Romantik begeisterten. Es ist unmöglich für mich, alles über ihn zu schreiben. Aber ich kann eine kurze Einführung in das Leben Friedrich Schlegels schreiben.

Carl Wilhelm Friedrich Schlegel wurde am 10. März 1772 in Hannover geboren. Er war der Sohn Johann Adolf Schlegels und dessen Frau Johanna Christiane Erdmuthe. Die Schlegels konnten auf eine lange und verzweigte Familientradition zurückblicken, in der sich seit dem 17. Jahrhundert die Namen bedeutender Pastoren, Juristen, Beamter und Schriftsteller finden. Sein Vater war ein Gründer einer wichtigen literarischen Gruppe, Die Bremer Beiträger. Sein Onkel, Johann Schlegel, war ein erfolgreicher Dramatiker. Friedrichs Brüder waren alle sehr erfolgreich. Der Bruder, August Wilhelm Schlegel, war auch Kritiker und Dichter, wie sein jüngerer Bruder.

Die Kindheit von Friedrich ist uns heute nicht so klar. Aber wir wissen, daß Friedrich eine sehr schwierig Kindheit hatte. Sein Bruder, August Wilhelm, war der Liebling der Familie.

Friedrich dagegen bereitete der Familie Kummer: in sich zurückgezogen erschien das Kind schwer erziehbar und zudem von labiler Gesundheit. Sei es, daß der Vater von Geschäften überlastet war und der Erziehung des jüngsten Sohnes nicht genügend Aufmerksamkeit schenken konnte, sei es aus Gesundheitsgründen: das Kind wurde dem Onkel, der auf dem Land in Rehburg eine Pfarrei besaß, zur Erziehung überlassen und, als der Onkel bereits 1776 starb, war Moritz, dem ältesten Sohn, der ebenfalls Landpfarrer (Peter 20-21).

1785 wohnte Friedrich dann wieder bei seinen Eltern in Hannover. 1788 schickte der Vater ihn nach Leipzig zu dem Bankier Schlemm, um eine Kaufsmannlehre zu absolvieren. Aber er war nicht glücklich, und kam wieder zurück nach Hannover. Dann lernte er Latein und Griechisch. Er trug sich im Jahr 1790 in die Universtität Gottingen ein.

Friedrich war nach Gottingen gekommen, um Jura zu studieren. Aber Jura interessierte ihn nicht. Er machte etwas Anderes. Er hörte Vorlesungen in Geschichte und Philosophie, selbst in Medizin und Mathematik, er las Werke von Goethe, Kant, Shakespeare, und Schiller. Er las alles. Seine intellektuelle Neugier war unersättlich. Er wußte, daß er so brilliant war, aber es brachte ihm kein Glück. Er schrieb seinem Bruder Wilhelm, und er sagte: "I am so intelligent, but so inexperienced, so limited and, above all I lack the capacity to love" (Eichner 15).

1791 heiratete Schlegel. Aber die Ehe war nicht gut, und ein Jahr später war Schlegel wieder allein. Er war selbstmörderisch. Für zwei Jahre verspielte er sehr viel Geld. Er verlor alles. 1793 war er bankrott. Sein Bruder kam und half ihm. Friedrich veränderte sein Leben. Er vermied Leute, wachte sehr früh auf, und arbeitete bis sehr spät. Am Abend begann er die Geschichte der Poesie der Griechen und Römer zu schreiben. Er nahm Ideen von Kant und Herder. Schlegel hatte eine Theorie, daß es zwei Zivilisationen gab. Eine war die "Natürliche", die kam von der Natur. Die "Natürliche" reflektierte Schöheit und Harmonie. Die Zweite war die "Unnatürlich", die kam vom Verstand. Er schrieb auch, daß die Literatur keine Regeln haben sollte.

1795 schrieb Schlegel die Abhandlung Über das Studium der griechischen Poesie. Peter schreibt darüber:

Diese Abhandlung war die umfangreichste und in sich geschlossenste der damaligen Arbeiten Schlegels. Sie war zugleich die bedeutendste, weil er hier eine Geschichtskonzeption entwickelte, die die griechische Poesie erstmals in ein Verhältnis zur modernen setzte. Bei den Griechen, erklärte er, bildete die Poesie mit der Gesamtheit des gesellschaftlichen Lebens eine natürliche Einheit, die in der nachantiken, der modernen Welt verloren ging (25).

Vom November 1798 bis Mai 1799 schrieb Schlegel seinen einzigen Roman: Lucinde. Das Werk löste einen Skandal aus. Lucinde war ein Protest gegen die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen. Im Mittelpunkt des Romans steht die Liebe von Julius zu Lucinde (die Charaktere), und jedermann wußte, daß Schlegel hier seiner Liebe zu Dorothea (seine zukünftige Frau) ein Denkmal setzte. Viele Leute fanden, daß Lucinde ein skandalöser Roman sei. Selbst die Freunde zeigten sich durch den Roman befremdet.

1802 Schlegel wohnte in Paris, wo er zum zweiten Mal heiratete. Seine neue Frau hieß Dorothea. In Paris las er über die deutsche Literatur und Philosophie und nahm Sanskristudien auf. Seine neue Zeitschrift Europa eröffnete er mit einem Bericht von seiner Reise (von Deutschland nach Paris). 1808 wurde Friedrich Katholik. Er ging nach Wien, wo er für die Österreichiste Zeitung schrieb. Er war auch im österreichischen Militär.

Im Juni 1812 begann Napoleon seinen Feldzug gegen Rußland, Ende 1812 kehrte die geschlagene französische Armee aus Rußland zurück. Im Frühjahr 1813 hoffte Schlegel, an der Planung der Neuordnung Europas nach Napoleons Fall beteiligt zu werden, im Oktober war er mit Verfassungsentwürfen für das zukünftige Deutschland beschäftigt. 1810 wurde er deprimiert und traurig. Er beklagte sich über seine Milz und andere Krankenheiten. 1812 wurde er Alkholiker. Dorothea gab alle Hoffnung auf. Schlegel war noch einmal allein. Vom Februar bis August 1819 durfte Schlegel den Kaiser und Metternich noch als Kunstsachverständiger auf einer Italienreise begleiten. Aber eine amtliche Stelle erhielt er nicht mehr.

In der letzten Periode seines Lebens reiste Schlegel sehr viel, 1820, 1822, 1825 nach Schloß Feistritz in der Steiermark, 1824 und 1828 nach Dresden, 1827 nach Augsburg und 1825 und 1827 nach München. Schlegel verbrachte seine Zeit in Wien, abgesehen von diesen Reisen. 1820 wurde er Herausgeber für eine katholische Zeitung mit dem Titel Concordia. Der gesamtdeutsche Aspekt sollte hier mehr als der katholische im Vordergrund stehen. Als Mitarbeiter waren sowohl Protestanten - darunter sein Bruder August Wilhelm und selbst Schleiermacher - wie Katholiken vorgesehen. Am zwölften Januar 1829 starb er. Er hatte einen Herzinfarkt, als er mit seinem Freund Ludwick Tieck an Philosophie der Sprache und des Wortes arbeitete.

Sein ganzes Leben interessierte Schlegel sich für die Politik. Er wollte eine Trennung zwischen der Kirche und dem Staat. Schlegel glaubte, daß das moderne Europa einen Niedergang der Moral bedeutete. Er wollte zu dem altdeutschen Kaisertum zurückkehren. Er schrieb viele Berichte über die Politik.

Am bekanntesten wurde Schlegel als Theoretiker der romantischen Literatur. In seiner Jugend war er das Haupt eines Freundeskreises, der zunächst in Anlehnung an Goethe und Schiller, dann gegen diese eine neue, eben die romantische Literatur repräsentierte.

Schlegel hatte vielen Theorien über die romantische Dichtkunst. Er bekam sie von vielen anderen Schrifstellern, wie Schiller. Er schrieb: "From what the moderns want, we must learn what poetry is to become; from what the ancients do, what it must be" (Eichner 48).

Peter schreibt über Schlegel:

Schlegel, der schon zu Lebzeiten wegen seines kritischen Temperaments einerseits und seines Katholizismus andererseits, wegen seines politischen Engagements zuerst für und dann gegen die französische Revolution umstritten war, blieb es bis heute. Es gilt allgemein, daß die Beurteilung der Vergangenheit von den Interessen der Gegenwart geprägt wird, so gilt dies ganz besonders für die Romantik und hier wiederum besonders für Schlegel. In den ideologischen Auseinandersetzungen des 19. und 20. Jh.s spielte die Romantik eine zentrale Rolle. Schlegels Werk provozierte und provoziert die Parteinahme und das bezeichnet bis heute seine Aktualität (Peter 86)

Während seines Lebens war die Meinung über Schlegel nicht gut. Aber jetzt denken wir, daß er einer der besten Denker der Romantik war.


BIBLIOGRAPHIE

  1. Hans Eichner. Friedrich Schlegel. New York, New York: Twayne Publishers, 1970.
  2. Klaus Peter. Friedrich Schlegel. Stuttgart: Metzler, 1978.
  3. Friedrich Schlegel. Lucinde. Minneapolis, Minnesota: Lund Press, 1971.
  4. "Schlegel, Friedrich." Britannica Online. accessed November 10th, 1997.
  5. "Schlegel, Friedrich" accessed November 10th, 1997.