Grenzen der Menschheit
1 Wenn der uralte,
2 Heilige Vater
3 Mit gelassener1 Hand
4 Aus rollenden Wolken
5 Segnende2 Blitze
6 Über die Erde sät3,
7 Küss' ich den letzten
8 Saum4 seines Kleides,
9 Kindliche Schauer5
10 Treu in der Brust.
11 Denn mit Göttern
12 Soll sich nicht messen6
13 Irgendein Mensch.
14 Hebt er sich aufwärts
15 Und berührt
16 Mit dem Scheitel7 die Sterne,
17 Nirgends haften8 dann
18 die unsichern Sohlen,
19 Und mit ihm spielen
20 Wolken und Winde.
21 Steht er mit festen
22 Markigen Knochen9,
23 Auf der wohlgegründeten10
24 Dauernden Erde,
25 Reicht er nicht auf
26 Nur mit der Eiche
27 Oder der Rebe11
28 Sich zu vergleichen12.
29 Was unterscheidet13
30 Götter von Menschen?
31 Daß viele Wellen
32 Vor jenen wandeln14,
33 Ein ewiger Strom:
34 Uns hebt die Welle,
35 Verschlingt15 die Welle,
36 Und wir versinken.
37 Ein kleiner Ring
38 Begrenzt unser Leben,
39 Und viele Geschlechter16
40 Reihen sie dauernd
41 An ihres Daseins17
42 Unendliche Kette.