GER 341, 342, 343 HomepageOregon State University
N.B. Lesen Sie bitte Literaturbewegungen, bevor Sie diese Seite lesen!

DIE ROMANTIK (1795-1835) (1)


  1. Der Hintergrund des Wortes Romantik :
    • Das Wort romance (franz.) oder romantic (engl.) bedeutete zuerst die Literatur im Mittelalter, die man in der Sprache des Landes und nicht auf latein schrieb.
    • Ab 1740 bedeutete es so etwas wie: phantasievoll, schwärmerisch1; auch konnte es eine wilde, malerische Landschaft sein.
    • Ab 1770 bedeutete für die Menschen der Zeit die Romantik die ganze nördlich-germanische und südlich-romanische Kultur im Gegensatz2 zur Kultur der Antike, d.h. zur Kultur des alten Griechenlands und Roms.

  2. Friedrich Schlegel und Novalis, zwei wichtige Romantiker, waren die ersten, die diesen Namen für die Literatur gebrauchten. Romantisch bedeutete für Novalis "poetisch"; er sagte: "...indem ich dem Gewöhnlichen3 ein geheimnisvolles Ansehen4, . . . dem Endlichen einen unendlichen Sinn5 gebe, so romantisire ich es."

  3. Die Romantik als Literaturbewegung hatte drei Phasen:
    • 1796-1802: Frühromantik: Junge Schriftsteller, u.a. die Brüder Schlegel und Novalis, treffen sich in Jena.
    • Nach 1805: Hochromantik in Heidelberg.
    • Nach 1813: Spätromantik in Berlin. Um diese Zeit gab es einen fließenden Übergang6 in eine neue Literaturbewegung, den poetischen Realismus.

  4. Die Französische Revolution mit den Ideen der Freiheit, der Gleichheit und der Brüderlichkeit war für die Romantiker von sehr großer Bedeutung.

  5. Die Romantiker interessierten sich sehr für die Geschichte und besonders für das Mittelalter, weil sie im Mittelalter folgendes sahen:
    • den Anfang der deutschen Nation, und
    • eine Zeit, in der die christliche Religion und die Kirche eine Einheit schuf7, die in ihrer Zeit verlorengegangen schien.

  6. Auf diesem Hintergrund ist es klar, warum in der Zeit der Romantik die historische Forschung8 begann, besonders die Sprachforschung durch die Brüder Grimm, die Werke der Vergangenheit wie Volksbücher und Volksmärchen sammelten9. (Mehr über Märchen unten!)

  7. Die Romantiker waren gegen die Ideen der Spätaufklärung und des Rationalismus und für religiöse und philosophische Ideen, die auch gegen die Aufklärung und den Rationalismus waren, wie zum Beispiel mystische Religionen und den Individualismus des Sturm und Drangs. Einige Bespiele von Philosophen, die sie beeinflußten:
    • Der Philosoph Johann Gottlieb Fichte mit seiner Betonung10 der Absolutheit des kreativen Ichs.
    • Friedrich Wilhelm Schelling, der eine Naturphilosophie entwickelte11, die alle Gegensätze zu vereinigen sucht und eine Identität von Realem und Idealem postulierte.
    • Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher, der den Zusammenhang12 von Poesie und Religion formulierte.

  8. Man kann die Romantik als letzte Stufe des Idealismus nach Sturm und Drang und Klassik nennen. (Nach der Romantik war in der Literatur der Realismus viel wichtiger.) In der Klassik betonte man die Begrenzung, aber in der Romantik: betonte man eine innere Affinität zum Unbegrenzbaren.13

  9. Für die Romantiker war die Kunst eine Verbindung14 von Gegensätzen. Schlegel schrieb:
    "Die romantische Poesie ist eine progressive Universalpoesie. Ihre Bestimmung15 ist nicht bloß, alle getrennten Gattungen16 der Poesie wieder zu vereinigen und die Poesie mit der Philosophie und Rhetorik in Berührung17 zu sehen. Sie will, und soll auch, Poesie und Prosa, Genialität und Kritik, Kunstpoesie und Naturpoesie bald18 mischen, bald verschmelzen19, die Poesie lebendig und gesellig20, und das Leben und die Gesellschaft poetisch mischen. . . ."

Jetzt lesen Sie weiter: Charakteristiken der Romantik!
Klassik
Historischer Hintergrund

ljking@oregonstate.edu