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Woyzeck von Georg Büchner


Hintergrund:

Dieses Drama schrieb Büchner 1836-7, aber es wurde zum ersten Mal 1879 veröffentlicht und erst 1913 gespielt. Alban Berg komponierte 1925 eine Oper mit dem Titel "Wozzeck" zu dem Text.

Büchner hatte wahrscheinlich in einer Zeitung die Geschichte eines Perückenmachers und Gelegenheitsarbeiters namens Johann Christian Woyzeck gelesen, der im Jahr 1821 in Leipzig seine Geliebte aus Eifersucht erstach. Ein Gutachten des Gerichtsartzes erklärte diesen Mann für voll zurechnungsfähig. Obwohl viele meinten, der Mann sei doch geisteskrank, holte man keine Gegenmeinung, und er wurde 1824 hingerichtet.

Es gibt vier Handschriften dieses Werkes, und es ist nicht klar daraus, welche Reihenfolge Büchner für die Szenen plante, auch weiss man nicht, wie der Schluss sein sollte. (Ein Fragment deutet an, er wollte es mit einer Gerichtsverhandlung beenden.)


Zur Diskussion:

  1. Was ist Woyzecks Position in der Gesellschaft?
  2. Schreiben Sie eine Liste von 5 Adjektiven, die das Leben Woyzecks (und der anderen Menschen im Drama!) beschreiben!
  3. Was repräsentieren der Doktor, der Hauptmann und der Tambormajor in Woyzecks Welt?
  4. Warum tötet Woyzeck Marie?
  5. Warum, glauben Sie, ist dieses Drama heute noch so wirkungsvoll?

Themen:

Es gibt im Drama drei Themen, die alle mit dem sozialen Elend Woyzecks zu tun haben:
  1. Das Leiden Woyzecks an halluzinatorischen Stimmen und apokalyptischen Wahrnehmungen;
  2. Das Verhätnis zu Marie, das von materieller Not belastet ist;
  3. Seine Beziehung zu den Autoritätsfiguren (Hauptmann, Arzt, Tambormajor) in seinem Leben. Diese Beziehung ist von Verachtung und Unterdrückung gekennzeichnet.

Interessante Zitate:

"Unsereins ist doch einmal unselig in der und der andern Welt. Ich glaub, wenn wir in Himmel kämen, so müssten wir donnern helfen."

"Sehn Sie: wir gemeine Leute, das hat keine Tugend, es kommt einem nur so die Natur; aber wenn ich ein Herr wär und hätt ein' Hut und eine Uhr...und könnt vornehm reden, ich wollt schon tugendhaft sein. Es muss was Schönes sein um die Tugend, Herr Hauptmann. Aber ich bin ein armer Kerl."


Junges Deutschland.
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