GER 341: German Literature
Oregon State University
November 30, 1999

Heinrich von Kleist (1777-1811)

Amanda Waterman


Ein Liebespaar lag auf einem Hügel neben dem Kleinen Wannsee.  Nur einen Tag vorher kamen die zwei an das Wirtshaus am See, das nur etwas ausser Berlin stand.  Der Besitzer des Wirtshauses und die Diener dachten, dass die zwei vorhin sehr glücklich aussahen, aber jetzt waren sie tot.  Beide wurden von dem Mann erschossen.  Das Paar war Heinrich von Kleist  und Henriette Vogel, zwei Menschen, die den Tod suchten (Maass 280).  Es war ein ungewöhnliches Ende eines ungewöhnlichen Lebens, das mystisch, geheimnisvoll und voller starken Gefühle und Phantasie war--ein echt, romantisches Leben.  Er hatte auch einen romantischen Tod.  Er war in der Natur während der Abenddämmerung mit seiner Geliebten, und der Tod war geheimnisvoll und "glorious" (Maass 92), wie Kleist immer wollte, dass sein Tod sein würde.  Während seines Lebens stellte Kleist auch viel Literatur her, die zur romantischen Literaturbewegung gehörte.  Er war wichtig wegen seiner Individualität im Leben und in der Literatur.

Kleist wurde als Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist 1777 in Frankfurt an der Oder geboren.  Man weiss nicht genau an welchem Tag Kleist geboren wurde.  Kleist sagte immer, dass seiner Geburtstag am 10. Oktober sei, aber andere Berichte zeigen, dass er am 18. Oktober geboren wurde (Maass 4).  Kleist war der erste Sohn seiner Eltern, aber er hatte auch ältere und jüngere Geschwister.  Er hatte seine ältere Schwester Ulrike am liebsten.  Am Anfang waren sie einander nah, aber nie so nah wie Geschwister sein könnten.  Kleist war immer ein "stranger in his own family" (Maass 16), weil er immer in seinen Gedanken verloren war, Gedanken, welche die anderen in seiner Familie nie verstehen konnten.  Seine Eltern Joachim Friedrich von Kleist und Juliane Ulrike von Pannwitz starben früh, und Kleist musste bei seiner Tante wohnen.  Im Jahre 1792 trat er ins "Garderegiment Potsdam als Gefreiter-Korporal" ein (Zeittafel 1), um gegen Frankriech zu kämpfen.  Sieben Jahre später, dieses Mal als Sekondeleutnant, verliess Kleist das Regiment, weil er zu der Zeit genug von dem Militärsleben hatte.  Jetzt wollte er studieren.

Er ging an die Universität Frankfurt an der Oder, um Physik, Mathematik, Kulturgeschichte, Naturrecht und Latein zu studieren (Zeittafel 1).  Kleist studierte auch etwas anderes--die Nachbarin Wilhelmine von Zenge.  Kleist versuchte eine Gruppe junger Frauen zu organisieren, um ihnen eine bessere Erziehung zu geben.  Er war ein Lehrer, der seine eigene Stimme gern hörte.  Wilhelmine war von dem pedantischen, deprimierten Kleist nicht begeistert, aber endlich ging sie auf eine Verlobung mit Kleist ein (Maass 18).  Er wollte, dass die Verlobung ein Geheimnis bleiben würde, dass Wilhelmine ihre Eltern nicht davon erzählen würde, aber das war für Wilhelmine zu unbequem und merkwürdig, und Kleist sprach mit den Eltern.  Er versuchte immer eine perfekte Frau aus Wilhelmine zu machen.  Er schickte ihr mehrmals kleine Prüfungen und Fragen, die sie beantworten musste, um eine ethische Frau zu werden.  Aber Kleist erreichte diese Phantasie nie, und 1802 trennten sie sich.  Später, als er in Paris war und einen Brief von Wilhelmine bekam, schrieb er ihr einen Grund, warum sie nicht zusammen sein könnten.

There is one word in the German language that you women do not ordinarily understand.  That word is Ehrgeiz [ambition].  There is only one possibility of my going home:  if I can live up to the expectations that I myself foolishly aroused by my boastful behavior.  Such an eventuality is possible but not probable.  In short, if I cannot return to my country covered with glory, I will never return.  This is as certain as my nature (Maass71).
Alles oder nichts.  Es scheint sehr melodramatisch zu sein, aber Kleist wurde tief deprimiert und wollte nicht mehr leben.  Aber auch zu dieser Zeit wurde Kleists erstes Werk, Familie Schroffenstein (1803), veröffentlicht.  Er brannte den Anfang eines anderen Stücks.  Er wollte einfach sterben.  Um einen "glorious" Tod zu sterben versuchte Kleist, sich bei einem französischen Regiment zu melden, damit er während des Kampfes sterben konnte, aber er war nicht erfolgreich (Maass 92).  Kurz danach fing er einen preussischen Zivildienst an, aber er fand noch immer Zeit zu schreiben.

Im Jahre 1807, als er nach Dresden reiste, wurde Kleist in Berlin von den Franzosen verhaftet, weil sie dachten, dass er Spion sei.  Kleist verbrachte einige Monate in einem französischen Gefängnis, bevor er freigelassen wurde.  Diese Zeit von 1807 bis 1811 war für Kleist sehr fruchtbar.  Er schrieb Der zerbrochene Krug (1808), Amphitryon (1807), Penthesilea (1808), Die Hermannsschlacht (1821), Die Marquise von O... (1808), Das Erdbeben in Chili (1807), Michael Kohlhaas (1808), einer seiner bekantesten Prosaarbeiten, und Prinz Friedrich von Homburg (1821) fertig.

Die Freunde, die Kleist kannte, begannen sich aus Berlin zu ziehen (Maass 250).  Sie hatten viele verschiedene Gründe, warum sie weggehen mussten.  Kleist hatte auch Probleme mit seiner Familie.  Er war noch immer ein Fremder in der Familie, aber viel mehr als früher.  Seine Lieblingsschwester Ulrike wollte ihn auch nicht sehen.  In der Vergangenheit nahm er nur Geld von ihr und machte nichts Besonderes damit.  Weil er keine Zeit mehr mit seiner Familie verbringen durfte, begann er Henriette Vogel zu besuchen (Maass 264).  Sie war auch miserabel und krank und sprach immer vom Tod.  Natürlich konnten die zwei einander sehr gut verstehen.  Zusammen machten sie Pläne für einen Selbstmord.  Dann am 21. November 1811 folgten Kleist und Henriette ihrem Traum.

Manche Leute halten Kleist jetzt für einen "der Begründer der deutschen Novelle" (Hübner 1).  Kleist schrieb ja sehr viel und auch viele Arten der Literatur.  Er gehörte nicht zu einer bestimmten Gattung.  Er ist am meisten mit den Romantikern verbunden.  "Die ständigen Täuschungen und Irritationen, rätselhaften Situationen und überraschenden Wendung des Stücks sind charakteristisch für Kleists dramatischen Stil" (Hübner 1) und auch für die Literatur der Romantikbewegung.  Manchmal ging er gegen den Idealismus, den er in seinem Leben wollte, und schrieb sehr ernste Geschichten, die sehr eng mit der Wahrheit des Alltags verbunden waren (Maass 118).  Er zeigte seinen Zeitgenossen (anderen Dichtern und Autoren, usw.), dass man keine bestimmten Regeln folgen musste.  Obwohl Kleist dem Publikum nicht immer gefiel und sich oft unverstanden und unbeachtet fühlte, konnte er von den Menschen nicht übersehen werden.  Seine Literatur und sein dramatisches Leben mit dem "glorious" Ende sind nichts, was man vergessen kann.


Literaturverzeichnis

  1. Dr. Klaus Hübner, "Heinrich von Kleist, Biographie." [http://www.kleist.org/umat/bio03.htm], November 4, 1999.

  2.  
  3. "Heinrich von Kleist, Zeittafel zu Leben und Werk." [http://www.kleist.org/umat/bio01.htm], November 4, 1999.

  4.  
  5. Joachim Maass. Kleist. A Biography.  New York: Farrar, Straus and Giroux, Inc., 1983.