DER REALISMUS (Bürgerlicher Realismus) (1850-1890)
Diese Bewegung fand man in ganz Europa (z.B. Stendhal
und Flaubert in Frankreich, Dickens in England).
In Deutschland spricht man manchmal von zwei Phasen des
Realismus:
Der poetische Realismus, wo die SchriftstellerInnen die Welt etwas poetischer zeigten;
Der konsequentere1
Realismus, wo sie die Menschen und ihre soziologische
und historische Umwelt2 konsequenter und stärker zeigten.
Die Realisten dachten, daß es nichts Absolutes, keine
transzendentalen Werte3 mehr in der Welt gab. Es
gibt keine Welt der Träume, nur die Welt, die wir sehen. In der Kunst wollten sie also bei den
Dingen bleiben, weil es nur die Dinge gibt.
Die Kunst soll ohne Pathos, ohne das Heroische sein.
Einige Charakteristiken der Literatur des Realismus:
So wenig Subjektivtät wie möglich.
Man soll in der Kunst nicht die Idee, sondern das Objekt
beschreiben5, die Welt, die man sehen und fassen6 kann, objektiv beobachten7 und
schildern8.
Meistens beschrieb man den bürgerlichen Alltag, aber man wählt aus: es ist nicht wie eine laufende Kamera, sondern wie Snapschüsse.
Manchmal, besonders in der zweiten Phase, beschrieben und kritisierten die Realisten die Gesellschaft, aber die stärkere
Gesellschaftskritik kommt in der nächsten Bewegung, dem
Naturalismus.
Erzählerische9 Literatur findet man oft, weil man in diesen
Formen am besten eine exakte Beschreibung einer Situation machen kann.
Besonders oft findet man Novellen.
Es gab auch Realismus in der Malerei, obwohl die deutschen Realisten nicht so bekannt sind wie zum Beispiel die französischen (Courbet). Aber hier finden Sie einige Beispiele von deutschsprachigen Realisten: