GER 341: German Literature
Oregon State University
November 30, 1999

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Kirsten Petersen


In der Zeit des deutschen Schriftstellers Johann Wolfgang von Goethe gab es viele Veränderungen in Deutschland. Als Goethe am 28. August 1749 geboren wurde, war Deutschland nur ein unvereinter, unterentwickelter und rückständiger Staatenbund von vielen vielen Staaten. Die Leute sprachen die gleiche Sprache, aber sie hatten kein Nationalbewusstsein. Diese Situation hatte lange gedauert, und dann geschah die Französische Revolution im Jahr 1789.

"Am Anfang sympatisierten viele progressiv denkende Deutsche mit der Revolution", besonders mit den Ideen über Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und eine Nation zu gründen (King). Aber dann kam Napoleon, und für viele Jahre besetzte Frankreich Deutschland. Obwohl es viele Reformen brachte, gab es wirklich keine Freiheit und noch kein Deutschland. Sogar nach der Besatzung gab es keine politische Freiheit in Deutschland, aber die Ideen der Revolution blieben.

Wahrscheinlich beeinflussten diese Ereignisse Goethes Leben. Aber trotz dieser wichtigen politischen Veränderungen schrieb Goethe nicht unbedingt politische Schriftstücke. Er kümmerte sich mehr zuerst um Gefühl in seinen Sturm und Drang Tagen, und dann später um philosophische, künstlerische und naturwissenschaftliche Dinge.

Goethe wurde in Frankfurt am Main geboren. Mit "a wealthy father and a mother whose patrician family was influential in Frankfurt and held posts in the city council and in the magistracy, Goethe was predestined to success in one line or the other" (Saine 11). Sein Vater erzog ihn, ein gutes Erlebnis für Goethe:

As a child Goethe was presented with opportunities beyond the dreams of most young men, and it was certainly the attention of his father that helped him make the most of them. The father’s fine library of old and valuable books, his collections, to which Goethe was introduced . . . at an early age, and a series of competent tutors in various subjects, were only the most visible of these opportunities (Saine 12).
Als Goethe 16 Jahre alt war, schickte sein Vater ihn nach Leipzig, um Jura zu studieren. Aber Goethe wurde bald mit dem Studium gelangweilt, und so studierte er heimlich Kunst und auch Literatur, besonders die Werke von Lessing und Wieland.

Nach einer Krankheit schloss er sein Studium im Jahre 1790 in Strassburg ab. Dieses Jahr bezeichnet man als der Anfang der Sturm und Drang-Literaturbewegung, in deren Mitte Goethe stand. Strassburg war aus zwei Gründen wichtig: "Strasbourg was more German culturally than Leipzig; Goethe made it represent… the birthplace of a new, thoroughly German literature", und es war auch, wo er sich mit Johann Gottfried Herder befreundete (Brown 51). Herder führte Goethe in die Werke vieler Autoren ein, besonders Sterne und Goldsmith, die einen bedeutenden Einfluss auf Goethe hatten.

Obwohl Goethe 1771 bis 1775 als Rechtsanwalt arbeitete, waren diese Jahre auch eine beschäftigte Zeit für seine literarische Laufbahn. Viele Literaturwissenschaftler nennen die Sturm und Drang-Periode "the high point of [Goethe’s] career" (Brown 52). Die Sturm und Drang-Bewegung kümmerte sich um Gefühle und die Natur, und sie war "eine Art Protest gegen die Regeln" der alten Literatur (King). In dieser Zeit schrieb Goethe viele gefühlvolle "folksonglike" Gedichte, zum Beispiel "Mailied" und "Wilkommen und Abschied" (Brown 51). Sein berühmtestes Werk war der Roman Die Leiden des Jungen Werthers (1774).

Die nächste wichtige Veränderung in Goethes Leben war sein Umzug 1775 nach Weimar, wo er bis zu seinem Tod lebte. Der junge Herzog Carl August lud ihn nach Weimar ein, und sie wurden bald gute Freunde. Hier befreundete sich Goethe auch mit Charlotte von Stein, die jahrelang eine gute Freundin und eine Inspiration blieb. In den folgenden elf Jahren arbeitete und reiste Goethe für den Herzog. Deswegen schrieb er nicht so viel wie früher, aber er schrieb einige Dramen und Satiren für den Hof und auch viel Lyrik, zum Beispiel "Über allen Gipfeln ist ruh" (1780) und "Erlkönig" (1782). Sein Stil wurde ein bisschen anders, es hatte "a new reflectiveness that moderate[d] the emotion of the earlier poems" (Brown 55). Diese Veränderung geschah vielleicht wegen seiner Freundschaft mit Frau von Stein und auch seiner neuen Verantwortungen.

Am 3. September 1786 reiste Goethe nach Italien. Die Reise war wirklich eine Flucht vor seinen anstrengenden Verantwortungen. Er studierte grösstenteils Kunst, und er wurde von den alten griechen sehr beeindrückt. Die Reise bezeichnete den Anfang von Goethes Klassik-Periode, wo er seine künstlerichen Interessen und sein neues Verständnis von der Natur miteinander zu verbinden lernte. Er überarbeitete drei Dramen: Egmont (1788), Iphigenie auf Tauris (1779) und Torquato Tasso (1790).

Als Goethe 1788 nach Weimar zurückkam, veränderte sich sein Leben sehr. Karl August nahm ihn von seinen Verantwortungen (ausser Hoftheaterdirektor) ab. Christiane Vulpius zog in sein Haus ein, und das führte zu einem Bruch mit Goethes Freundin Frau von Stein. Viele andere Menschen am Hof missbilligten auch Goethes Lebensstil. Auch wichtig ist, dass Goethe sich von literarisch Ebenbürtigen isoliert fühlte: "While the views he brought back from Italy were personally satisfying… Goethe sensed that he had … enter[ed] a realm into which his contemporaries were unwilling or unable to follow him" (Saine 5).

Nach der Meinung einer Kritikerin, Goethe "lived thereafter in a world of ideas and intellectual activities rather than in a world of events" (Brown, 58). Er studierte Naturwissenschaften, spezifisch die Optik, veröffentlichte Aufsätze über seine Theorien, und studierte Kunst und die Werke von Kant, Platon und Homer. Er schrieb noch Liebesgeschichten und Hofdramen, und auch zwei berühmte Meisterstücke, Wilhelm Meisters Lehrjahre (1795) und Faust (1808).

Goethes wichtigeste Freundschaft begann im Jahre 1794. Friedrich Schiller war vielleicht der einzige Mensch, der Goethe verstehen konnte. Schiller und Goethe arbeiteten miteinander an vielen Werken. Mit Schillers Unterstützung schrieb Goethe viele Meisterstücke, zum Beispiel Xenien (1796), Hermann und Dorothea (1798), und Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten (1795).

Nach Schillers Tod im Jahre 1805 setzte Goethe zu schreiben fort. Er arbeitete noch an seiner optischen Theorie und veröffentlichte Zur Farbenlehre im Jahre 1810. Er inszenierte viele Theaterstücke und gab bis zu seinem Tod eine Kunstzeitschrift über die Gotik heraus. Auch schrieb er noch Gedichte, zum Beispiel die Gedichtsammlung West-östlicher Divan (1819), viele Novellen, und viele literarische Kritiken. Im Jahre 1809 schockierte sein Roman Die Wahlverwandtschaften seine Leser, weil es von Ehescheidung, Selbstmord und Ehebruch handelte. Seine wichtigsten Werke dieser Zeit waren Wilhelm Meisters Wanderjahre oder Die Entsagenden (1821) und der zweite Faust (1833).

In Goethes letzten dreissig Jahren war er über sein Image nach dem Tod sehr besorgt. Er schrieb und veröffentlichte viele autobiographische Werke: Dichtung und Wahrheit (1832), Italienische Reise (1817), Campagne in Frankreich (1822) und Belagerung von Mainz (1822). Goethes autobiographischer Stil ist einzigartig für seine Zeit. Er glaubte an die Wechselwirkung zwischen einem Menschen und der Welt, und seine Autobiographie zeigte diese Idee: "the picture he painted of his own life is a valuable picture of his age, as well" (Saine, 13). Goethe starb am 22. März 1832.

Goethe war bestimmt ein aufgeklärter Mensch, denn er trug viele zur Literatur, Kultur, Wissenschaft und Kunstgeschichte bei. Er schrieb sein ganzes erwachsenes Leben fast andauernd. In der deutschen Literaturwissenschaft "he is credited with setting the tone for entire movements, for introducing new forms, such as the novella, and for profoundly influencing other forms, such as the novel" (Eierman 3). Oft wird er einer von Deutschlands grossartigstem Schriftsteller genannt und ist zugleich für seine botanischen Entdeckungen bekannt. Wahrscheinlich wegen ihm ist Weimar heute so weltberühmt. Wie machte dieser Mensch so einen Eindruck auf die Welt? Er war begabt und offen und erreichte ein perfektes Gleichgewicht zwischen Gefühl und Vernunft, Kreativität und Nützlichkeit. Aus diesem Grund und andere ist er einzigartig gewesen.


Literaturverzeichnis

  1. Jane K Brown. "Johann Wolfgang von Goethe." Dictionary of Literary Biography v.94. Detroit: Gale Research, 1990: 46-67.

  2.  
  3. Katharena Eiermann. "Penetrating Goethe." [http://members.aol.com/KatharenaE/private/Pweek/Goethe/Goethe.html], November 1999.

  4.  
  5. Tommy Grüsser and Sebastian Thiede. "Goethe-Weimar-Homepage." [http://home.t-online.de/home/p.groesser/index.htm], November 1999.

  6.  
  7. Lynda King. "German Literature." [http://osu.orst.edu/ger341/instruct341/], October 1999.

  8.  
  9. Thomas P. Saine and Jeffrey L. Sammons (Ed.). "Introduction." From my Life: Poetry and Truth. New York: Suhrkamp Publishers, 1987.