
DIE NOVELLE
(aus Latein: novus = neu; Italienisch: novella = kleine Begebenheit1)

- Die Novelle ist eine kürzere Erzählung, also eine Form der Literatursorte EPIK.
- Die Vorbilder2 der Novelle
sind Boccaccios Decamerone (Italien, 14. Jahrhundert) und die Novelas ejemplares von dem
Spanier
Cervantes (17. Jahrhundert). In Deutschland begann Goethe mit seiner Novelle diese
Literaturform; Kleist, Tieck, E.T.A. Hoffmann und andere schrieben auch Meisterwerke der
Novellistik.
- Goethe definierte die Novelle als "eine sich ereignete, unerhörte Begebenheit" ("the
happening of a startling occurance," in other words, a novella shows the reader a startling occurance happening.)
- Im Jahre 1871 übernahm P. von Heyse Goethes Ideen in seiner "Falkentheorie". In dieser Theorie zu der Novelle sagte er, daß diese Literaturform ein zentrales Objekt oder eine zentrale
Begebenheit brauchte. (Er nannte seine Theorie die "Falkentheorie" nach einer Novelle von Bocaccio in der Decamerone", in der ein Mann die Liebe einer Frau dadurch gewinnt, daß er sein
Lieblingstier, einen Falken, tötet und ihr zum Essen gibt.)
- Man kann etwas besser verstehen, was eine Novelle ist, wenn man sie mit den meisten Romanen vergleicht3. Romane geben ein großes Bild einer Epoche und versuchen oft, ganze Leben zu zeigen. Die
Novelle
zeigt nur Einzelsituationen4 aus dem Leben, die für die Menschen in diesen Situationen
eine
Schicksalswende5 bedeuten.
- Charakteristiken der Novelle:
- Oft sind nicht die Personen, sondern was ihnen passiert, in einer Novelle wichtig.
- Die Novelle hat keine längere Exposition, Beschreibungen oder Reflexion; sie ist, wie ein Drama, straff und zielstrebig6 komponiert.
- Es gibt eine wichtige, konflikthaltige Begebenheit, die sich in der Wirklichkeit7
abspielen könnte.
- In Prosa geschrieben.
- Ereignisse beruhen8 auf einem zentralen Konflikt.
Verstehen Sie nicht alles? Lesen Sie mehr über die Novelle--auf englisch....
ljking@orst.edu