Ger 341: German Literature
Oregon State University
December 3, 1996


JOHANN WOLFGANG VON GOETHE

von Robert Mc Farlane

My life, a unique adventure. Not an adventure through the effort to develop what nature had put in me, but an adventure through the effort to acquire what nature had not put in me. (Angelloz 11)
Johann Wolfgang von Goethe wurde am 28. August 1749 in der freien kaiserlichen Stadt Frankfurt am Main geboren. Die Vorväter seines Vaters kamen aus Thüringen und waren Bauern, Handarbeiter, und Gasthausbesitzer. Die Vorväter seiner Mutter kamen aus dem Südwesten Deutschlands und waren gelehrte Schriftsteller und Rechtsanwälte. Der Vater Goethes, Johann Casper Goethe, hatte eine bedeutende Erbschaft von seinem Vater bekommen. Mit diesem zusätzlichen Geld hatte sein Vater genügend Geld, um Rechtswissenschaft zu studieren, und die Gelegenheit, durch Frankreich und Italien zu reisen. Sein Vater verbesserte sein Leben durch sein Studium und seine Reisen und ist ein gelehrter Mensch geworden. 1742 kaufte sein Vater den Titel Kaiserlichen Ratgeber. In Frankfurt wurde er wie ein hoher Beamter respektiert. Sein Vater beschäftigte sich viele Jahre mit privatem Studium und Hobbies (Boerner 7).

1748 heiratete Johann Casper Goethe Catharina Elisabeth Textor, die Tochter des Bürgermeisters der Stadt. Die beiden hatten insgesamt sechs Kinder, aber nur zwei davon überstanden die ersten Lebensjahren. Nur Johann Wolfgang von Goethe und seine jüngere Schwester, Cornelia, starben nicht. Goethe und seine Schwester hatten eine besondere Beziehung zu einander. Sie erlebten praktisch ihre ganze Kindheit zusammen. Goethe stellte sie vor als eine von denen, die ihm am meisten beeinflußten (Boerner 7-10).

Der Vater Goethes war ein strenger Mann, aber er hatte viele Träume und Ziele für seine Kinder. Er wollte, daß seine Kinder nur das Beste hatten und wurden. Er hielt den Schein für sehr wichtig, und daher kam zum Teil seine Strengheit. Goethe schrieb über seinen Vater: "Vom Vater habe ich meine Statur, Eine ernste Einstellung zum Leben..." (Boerner 8). Goethe war seinem Vater dankbar. Weil sein Vater das bessere Leben so stark betonte, bekam Goethe viele Gelegenheiten, sich zu verbessern. Er hatte die Chance, in einem Haus aufzuwachsen, wo es schöne Kunstwerke und Bücher gab. Während seiner Reisen sammelte sein Vater vieles, womit er eine ziemlich große Bibliothek errichtete (Angelloz 14).

Als junger Bub hat Goethe starke Neigungen zu den schönen Dingen der Welt. Ganz früh hatte er Meinungen, die das Schöne vom Häßlichen unterschieden. Zum Beispiel, einmal als er drei Jahre alt war, ging er auf eine Party, wo er einem Kind begegnete, wessen Häßlichkeit er nicht erdulden konnte. Er schrie, daß "das schwarze Kind" weggenommen werden sollte. Das Kind war ihm so häßlich, daß er weinte, bis er wieder zu Hause war (Angelloz 16). Sehr stark war der Einfluß der Schönheit auf Goethe.

Einmal fragte seine Mutter ihn, warum er sich so für die Sterne interessierte, wenn die anderen Kinder nicht daran interessiert waren. Seine Antwort war typisch für Goethe: er sagte, daß das, was für andere gut genug war, ihm nicht gut genug sei (Angelloz 16). Er wollte immer mehr wissen und mehr verstehen. Als er in die Schule ging, lernte er viele verschiedene Fächer und las viel. Zum Beispiel hat er Unterricht in Latein, Griechisch, Französisch, Englisch, Italianisch, und Hebräisch. Als er nur zehn Jahre alt war, hatte er schon Bücher von bekannten Schriftstellern wie Aesop, Homer, Vergil, Ovid, Defoe, und Schnabel gelesen. Er bildete sich auch auf anderen Weisen. Als er elf wurde, ging er ins Theater und sah Stücke von Racine und Moliere (Boerner 10-14). Durch diese Erfahrungen wurde die Interesse Goethes an solchen Sachen erweitert. Der junge Goethe hatte eine interessante Gelegenheit, viel Kultur in seinem Leben zu haben. Diese Erfahrungen beeinflußten ihn sicherlich.

Goethe wurde auch von seiner Mutter tief beeinflußt. Er hatte eine besondere Beziehung zu seiner Mutter. Sie war ein lebensvoller und glücklicher Mensch, das Gegenteil ihres Mannes. Als Goethe geboren wurde, war sie achtzehn, und sein Vater war fast vierzig. Dadurch war es öfters der Fall, daß sie ihren wachsenden Kindern näher als ihrem Mann stand. Goethe merkte später im Leben, daß seine Liebe für Geschichteerzählen von seiner Mutter abstammte (Boerner 8). Als er ein Junge war, erzählte sie ihm Geschichten. Öfters konnte er es nicht aushalten, daß der Held ein unglückliches Schicksal erlebte. Er unterbrach seine Mutter oftmals, um die Geschichte selbst zum Schluß zu bringen (Angelloz 16).

Als die Zeit kam, daß Goethe seine Heimatsstadt, Frankfurt, hinterlassen mußte, um auf die Universität zu gehen, wurde es jedem ganz klar, daß Goethe ein beggabter Mensch war. Als er sechszehn war, ging er nach Leipzig, um auf die Uni zu gehen. Goethe wollte in Goettingen studieren, sein Vater hatte es von ihm ausdrücklich verlangt, daß er Rechtswissenschaft studieren sollte. Goethe tat das, was sein Vater wollte (Boerner 16).

Je mehr Goethe über die Schönheit nachdachte, desto mehr wollte er darüber wissen. Er beschäftigte sich mit jedem Teil des Daseins und mit der Frage, warum es so ist, wie es ist. Weil er über die schönen Dinge der Erde mehr wissen wollte, studierte er die Einzelheiten. Er lernte zum Beispiel über die Farben und deren Chemie (Dieckmann 46-50). Eigentlich hatte Goethe viele Interesse und Liebe für die Wissenschaft. Wenn es eine Wissenschaft gäbe, die Goethe am stärksten verbunden war, wäre es die Botanik (Fairley, B. 202-204).

Goethe glaubte an zwei Grundsätze der Natur: Erstens sieht er die gegensätzlichen Mächte der Natur als der einzige Weg, auf dem Fortschritt überhaupt entstehen kann. Als zweiter Grundsatz nennt er Steigerung. Das heißt, daß alle lebenden Stoffe sich ändern werden, bis sie in einen geistigen Zustand des Daseins kommen (Dieckmann 44-45). Beide Grundsätze wenden sich durch die Schöpfung an, und dadurch schließen sie die Menschheit ein. Goethe beschrieb seine Gefühle darüber mit folgenden Worten:

Es gibt keine schönere Gottesverehrung als die, zu der man kein Bild bedarf, die bloß aus dem Wechselgespräch mit der Natur in unserem Busen entspringt.... Die Natur ist doch das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Gehalt bietet (Unger 14, 26).
Goethe suchte Gott nur in der Natur. Er glaubte, daß die Welt Bedeutung hat, wenn jedes einzelne Geschöpf ihren Zweck erfühlt. Der Mensch müßte auch mit diesem Zustand zufrieden sein. Das heißt, daß der Zweck des Menschenlebens ist, das Gute in sich selbst zu ernähren und das Böse zu widerstehen. Obwohl Goethe doch christliche Ideen hatte, wollte er keine Verbindung zu irgendeiner Kirche haben. Er schrieb seine Gefühle darüber:
Da ich oft genug hatte sagen hören, jeder Mensch habe am Erde doch seine eigene Religion, so kam mir nichts natürlicher vor, als daß ich mir auch meine eigene bilden könne (Ungar 14,46).
Die Ideen, Meinungen, und der Glauben Goethes wurden von vielen Menschen beeinflußt. Goethe erlebte die Zeiten des Sturms und Drangs (1770-1786) mit und nahm auch daran teil. Eigentlich war er einer der wichtigsten Schriftsteller der Zeit und beeinflußte selbst viele Menschen. In dieser Zeit lernte Goethe die Schriften Shakespeares kennen. Shakespeare beeindrückte ihn tief. Goethe erklärte, daß, nachdem er den ersten Satz gelesen hätte, er Shakespeare für das Leben gehörte (Fairley 1).

1789 fing die Französische Revolution an. Normalerweise hatte Goethe sich nie mit solchen Dingen befaßt, wahrscheinlich weil er sich nur mit den schönen Dingen befassen wollte. Er sah aber, wie sehr die Revolution in Frankreich die ganze Welt betraf. Am Anfang versuchte er, Komödien darüber zu schreiben, aber seine Ideen wurden nicht mit aufgeschloßenen Herzen aufgenommen. Er schrieb deswegen nur ein Drama über die Französische Revolution, die heute noch als eine bedeutende angesehen wird. Dieses heißt Hermann und Dorothea (Dieckmann 145-148). Obwohl er nicht viel über die Revolution schrieb, die Erlebnisse davon betrafen Goethe stark.

Später in seinem Leben änderte Goethe viele seiner Meinungen über das Leben. Die Ideen des Sturms und Drangs wurden ihm nicht so wichtig, und man sieht durch seine Schriften, wie seine Ideen sich entwickelten. Goethe fing an, viele Meinungen, die in der Zeit, die wir heute Klassik nennen, zu glauben. Als er seine Meinungen über das Leben und das Dasein änderte, wurde er von einem wichtigen Schriftsteller des Sturms und Drangs zu dem wichtigsten Dichter der Klassik.

Vor allem Goethe war Dichter. Er war der erste, der die Grenzen der deutschen Sprache prüfte. Seine Ausdruckweisen, sein Tonfall und Rhythmus betonten die gefühlsmäßigen Grenzen der Sprache und wiesen den poetischen Charakter der deutschen Sprache vor, so wie Shakespeare dasselbe in der englischen Sprache tat (Reed 8). Goethe ist Shakespeare in vielem ähnlich. Er beeinflußte die Sprache und die Kultur Deutschlands tief. Er wird noch heute als ein bedeutender Mensch der deutscher Geschichte gesehen. Weil er die Geschichte seines Landes beeinflußte, ist er mit Shakespeare zu vergleichen. Auch verehrten viele bekannte Schriftsteller wie Emerson, Byron, Carlyle, Klinger, Schiller und Gide die Arbeiten Goethes (Unger 5-6).

Je mehr man über Goethe lernt, desto mehr will man lernen. Goethe war ein besonders begabter Mann. Er hatte Vision und Verstand, Weisheit und Klugheit, Gefühl und Tiefgründigkeit. Er kam auf eine Ebene des Verstehens, die nur wenige Menschen je erreichen. Er zeigte solche Eigenschaften vom Anfang seines Lebens an. Durch seine Bemühungen, die Schönheit und das Dasein zu begreifen, verbesserte er sich selbst.

Goethe wird noch gelesen, und seine Werke werden noch gespielt. Er schrieb viele bekannte Werke. Einige seiner bekanntesten Gedichte sind: Wandrers Nachtlied II, Der Fischer, Der Zauberlehrling, Nähe des Geliebten, Der Totentanz, Der Müllerin Verrat, Beruf des Storches, und Erlkönig. Goethe schrieb auch naturlich andere Werke, die sehr bekannt sind, wie zum Beispiel: Belagerung von Mainz, Faust I, Faust II, Die Leiden des jungen Werther, Novelle, Sankt- Rochus-Fest zu Bingen, und Die Wahlverwandtschaften (Johann).

Über keinen deutschen Schriftsteller wurde je so viel geschrieben wie über Goethe. Trotzdem, daß wir viel über ihn wissen und verstehen, gibt es noch viel über diesen begabten Mann zu lernen (Angelloz 7). Zum Schluß zitiere ich einige Worte Goethes, die ihn und sein Leben gut beschreiben:

Das Schönste Glück des denkenden Menschen ist, das Erforschliche erforscht zu haben und das Unerforschliche ruhig zu verehren (Unger 25a).

Bibliographie

Angelloz, Joseph-Francois. Goethe. New York: The Orion Press, 1958.

Boerner, Peter. Johann Wolfgang von Goethe 1832/1982. Bohn: Inter Nationes, 1981.

Dieckmann, Liselotte. Johann Wolfgang Goethe. New York: Twayne Publishers, Inc., 1974.

Fairley, Barker. A Study of Goethe. London: Oxford University Press, 1961.

Fairley, Barker. Goethe as Revealed in his Poetry. New York: Frederick Ungar Publishing Company, 1963.

Johann Wolfgang von Goethe. [http://www.informatik.uni-hamburg.de/gutenb/autoren/goethe.htm], November 1996.

Reed, T. J. Goethe. New York: Oxford University Press, 1984.

Ungar, Frederick; Norden, Heinz. Goethe's World View. New York: Frederick Ungar Publishing Company, 1963.