Ger 341: German Literature
Oregon State University
December 3, 1997

Immanuel Kant (1724 - 1804)
von Matthew Powell

Immanuel Kant wurde 1724 in Königsberg geboren. Er war das vierte von neun Kinder. Sein Vater machte Pferdegeschirr, um zu leben, und war relativ arm. Kant glaubte, dass sein Urvater aus Schottland gekommen war. Seine Mutter kam aus Nürnberg und Tübingen. Kant hatte gute Gefühle für seine Eltern. Er glaubte, dass sie auf ihn einen starken Einfluss hatten. Seine Mutter starb, als Kant 13 war, und sein Vater starb, als Kant 22 war.

Kants Eltern waren Pietisten. Der Pietismus war eine fromme christliche Philosophie, die sein Leben lang für Kant wichtig war. "Immanuel" ist ein hebräischer Name und bedeutet "Gott mit uns." Kant war gegen den Ritualismus, der eine starke Rolle im Pietismus spielt. Er glaubte aber, dass der Pietismus gut in dem einfachen Sinn war. Über seine Eltern sprach er, um zu zeigen, was gute Pietisten sind. Dieser Glaube, meinte er, war wie der Stoizismus und hilft einem, traurige Zeiten zu überleben.

Im Jahre 1732, nach zwei Jahren in der Vorstädter Hospitalschule, ging Kant in das Fredrichskollegium. Das Fredrichskollegium war eine pietistische Schule und hiess "The Pietist's Inn" in Königsberg. In dieser Schule interessierte man mehr für den Ritualismus als für das Denken. Die Unterrichtsmethode war überwiegend Memorieren. Kant errinnerte sich später an diese Zeit als ein "Enslavement of Youth" (Höffe 3). Kant aber interessierte sich für Latein und konnte endlich es gut lesen und schreiben.

Er war der zweite in seiner Klasse. Als er 16 Jahre alt war, matrikulierte er in die Universität Königsberg. Diese Universität war in der Zeit Kants nicht besonders hervorragend. Meistens lehrten die Professoren nichts Neues, sondern nur das, was in den Büchern für den Kurs stand.

Ein anderer Grund, warum die Professoren nur über die Bücher schrieben, kam von dem König Preussens. Der König von Preussen von 1713 bis 1740, Friedrich Wilhelm I., hatte viel gemacht, um die Bürger und ihre Religionen zu beschutzen, aber er hatte noch starke politische Macht. Der Konig konnte sagen, wie Professoren ihre Vorlesungen machen sollen und konnte alles zenzieren, was ihm nicht gefiel. Auch hat die Regierung Preussens gesagt, dass jeder, der auf der Univeristät studierte, Theologie, Jura, oder Medizin studieren soll.

Kant ignorierte die letzte Bedrohung und studierte, was ihn interessierte. Er studierte Mathematik und Naturwissenschaften, Theologie, Philosophie, und klassische lateinische Literatur. Als Vorbild nahm er Isaac Newton. Er wurde auch durch Professor Martin Knutzen beeinflusst. Professor Knutzen lehrte Logik und Metaphysik. Knutzen zeigte Kant die ganze Bibliothek und lieh Kant Bücher von Newton.

Kant war noch arm. Er bekam Geld zu studieren von einem Onkel. Auch verdiente er Geld als Privatlehrer für reiche Studenten. Er hatte aber auch eine dritte Möglichkeit, Geld zu bekommen. Er wettete im Billiardspiel und im Kartenspiel. Er war erfolgreich und spielte Billiard später in seinem Leben. Karten aber fand er doch zu langsam.

Im Jahre 1746 machte er Schluss mit dem Studium. Weil es keinen Platz für ihn auf der Universität gab, wurde er Privatlehrer, zuerst für den Prediger Andersch, dann für Major von Hülsen, und endlich für Graf Keyserling.

Er schrieb sein erstes Werk im Jahre 1746: Gedanken von der wahren Schätzung der lebendigen Kräfte. Er versuchte, ein Problem aus der Physik zu lösen. Das Werk beeindruckte die Welt sehr wenig. Velleicht war das schliesslich gut, weil er die falsche Antwort hatte. Sein nächstes Werk, das er im Jahre 1755 schrieb, heisst Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels. Darin suchte er, die Schöpfung des Universums auf wissenschaftlicher Weise zu erklären. Die Ideen in diesem Werk waren wichtig für die Astronomie, obwohl das Werk in dieser Zeit nicht bekannt war. Viele von Kants Ideen waren richtig. Ein Vortrag über Feuer, der Kant in demselben Jahr hielt, hörten viele herausragende Leute in Königsberg gern.

Auch im Jahre 1755 habilitierte Kant sich und erreichte damit den höchsten deutschen akademischen Grad der Zeit. Kant wurde "Magister Legens". Ein "Magister Legens" ist ein Lehrer, der kein Geld von der Universität bekommt. Er verdeint nur mit seiner Vorlesungen und mit Privatunterricht. In dieser Zeit hielt er oft mehr als zwanzig Stunden Vorlesungen pro Woche.

Vom Anfang an waren seine Vorlesungen ausserordentliche populär. Seine Studenten beschrieben ihn als witzig und interessant. Diese Studenten, eine Mischung von Polen, Preussen, und Russen, ehrten Kant fast wie einen Gott. Kants Konversationsstil war auch gut, und Leute wollten ihn gern als Gast haben. Seine Freizeit verbrachte Kant entweder mit Freunden, in dem Theater, oder in der Kneipe.

Aber Kant wurde bis 1770 kein bezahlter Professor. Im Jahre 1756 und im Jahre 1758 bewarb Kant sich um eine Professur, aber er hatte keinen Erfolg. Im Jahre 1764 bot der König Kant eine Professur an, aber dann hätte er dem König periodisch Briefe schreiben müssen. 1769 entschied sich Kant, eine Professur in Erlangen und eine in Jena nicht anzunehmen.

Obwohl er noch kein Professor war, schrieb Kant viel. Im Jahre 1762 schrieb er Der einzig mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseins Gottes. In dieser Schrift schrieb er, dass viele Beweisgründe für das Daseins Gottes ungenügend seien. Er sagte, dass die Frage, ob Gott existierte, nicht zu beantworten sei. Er sagte aber auch, dass Gott existieren könnte. Auch im Jahre 1762 kam Untersuchung über die Deutlichkeit der Grundsätze der natürlichen Theologie und der Moral. Mit diesen zwei Werken wurde Kant bekannter.

Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik schrieb Kant im Jahre 1766. Er nützte das Beispiel eines Mystikers seiner Zeit, um zu zeigen, dass die Logik sehr illogische Schlüsse produzieren kann, wenn man Vernunft ohne Erfahrung benützt. Die Methode der Philosophie, sagte er, sei wichtig.

Im Jahre 1770 schrieb Kant Kritik der reinen Vernunft. Seit zehn Jahren hatte er darüber nachgedacht, und seit fünf Monaten hatte er gearbeitet. Er glaubte, dass er etwas sehr Wichtiges geschieben hätte. Er hatte Recht. Aber es dauerte lange, bis Leute seine Arbeit anerkannten, weil es von sehr komplizierten Ideen handelte. Endlich hatte das Werk aber doch einen wichtigen Einfluss auf die Philosophie. Arthur Schopfenhauer nannte es "the most important book ever written in Europe" (Höffe 21). Es ist eines der wichtigsten Werke der Philosophie.

In Kritik der reinen Vernunft versuchte Kant, die Rolle der reinen Vernunft in der Philosophie zu erklären. Seine Frage war, kann man etwas Neues durch die reine Vernunft lernen, oder kann man nur aus Erfahrung lernen?

Um die Frage zu beantworten, erklärte Kant die Probleme in dem analytischem Teil seines Werkes. Dann stellte er die reine Vernunft auf die Probe in dem zweitem Teil. Er beschloss, dass man etwas durch die reine Vernunft lernen kann, aber nur in einem theoretischem Sinn.

Auch sprach Kant über die Ethik. Er glaubte, dass das Gute ein absoluten Ziel sei. Er meinte, dass man weder gut sei, um glücklich zu sein, noch gut sei, weil er die Pflicht hat, gut zu sein, sondern gut sei, um gut zu sein. Sein kategorischer Imperativ war sehr berühmt. Auf Deutsch sagte Kant,

Handele so, daß die Maxime deines Willens zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung dienen kann (King).
Auf Englisch heisst es:
Act only according to that maxim by which you can at the same time will that it should become a universal law. (Cassirer 245).

Seine Arbeit wurde anerkannt, und Kant erhielt viele Ehren. Im Jahre 1786 wurde er Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaft. Er wurde Mitglied der Akademie Moskaus im Jahre 1794 und Mitglied der Akademie Sienas im Jahre 1798.

Nicht immer halfen seine Ideen seinem Ruhm. Von 1786 bis 1797 war Fredrich Wilhelm II. König von Preussen. Der König hatte ein Gesetz geschrieben, das Schriften verbot, wenn sie gegen das Christentum waren. Weil er glaubte, dass einige von Kants Büchern, die die Religion innerhalb der Grenzen der blossen Vernunft heissen und die er im Jahre 1793 geschrieben hatte, gegen das Christentum wären, verbot er Kant, weiter darüber zu schreiben.

Kant schrieb zurück. Er stimmte dem König nicht zu, dass er gegen das Christentum wäre. Doch versprach er bis zum Tod des Königs, nie weiter darüber zu schreiben. Kant glaubte, dass man immer für sich denken müsste. Aber er glaubte auch, dass man dem Gesetz immer folgen müsste. Im Jahre 1798 schrieb er weiter über die Religion.

Endlich wurde Kant alt. Er wurde immer schwächer, und seine Arbeit machte ihn noch schwächer. In seinen letzten Jahren arbeitete er immer weniger auf der Universität. Seine letzte Vorlesung war im Jahre 1796. Im Jahre 1803 fing er an, krank zu sein. Er starb am 12. Febuar 1804.


Bibliographie

  1. Frederick C. Beiser. The Fate of Reason. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1987, pp. 165 - 175.
  2. Ernst Cassirer. Kant's Life and Thought. Trans. by James Haden. New Haven: Yale University Press, 1981, pp. 12 - 38.
  3. Otfried Höffe. Immanuel Kant. Trans. by Marshall Farrier. Albany: State University of New York Press, 1994, pp. 1 - 27, 120 - 134.
  4. Lynda King. "Der Historische und Gedankliche Hintergrund zu den Literaturebewegungen : 'Aufklärung' und 'Sturm und Drang'", [http://www.orst.edu/instruct/ger341/hist1.htm], November 1997
  5. A. D. Lindsay. Kant.London: Bouverie House, E.C.4, 1934, pp. 1 - 13.