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DAS MÄRCHEN

(aus dem Mittelhochdeutschen: maere = Kunde, Bericht1)

  1. Das Märchen gehört zur Literaturform (=Gattung) EPIK, d.h., es gibt einen Erzähler2. Märchen, deren AutorInnen man heute nicht kennt, heißenVolksmärchen. Wenn die AutorInnen bekannt sind, ist das ein Kunstmärchen. (Mehr über Märchen zu lesen: unten!)

  2. Zuerst erzählte man anderen Menschen die Märchen, d.h., es gab keine schriftliche Version, und die ErzählerIn nen änderten oft den Text. Die schriftliche Form, die wir heute lesen, schrieb man erst im 17. und 18. Jahrhundert auf.

  3. In der historischen Entwicklung3 des Märchens sieht man die Entwicklung von matriarchalischen Gesellschaftsformen4 bis zur frühbürgerlichen5 Emanzipation.

  4. Die Sammlung der Kinder- und Hausmärchen (1812 und 1815) der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm ist heute noch sehr bekannt.

  5. Charakteristiken der meisten Märchen:
  6. Die Märchen sollten unterhalten6, aber auch belehren7. Es gibt immer eine Lehre.
  7. Raum und Zeit sind nicht klar, d.h., man weiß nicht genau, wann und wo es ist.
  8. Sprechende Tiere und Pflanzen.
  9. Phantasiefiguren wie Riesen und Zwerge, Hexen, Zauberer und (gute oder böse) Feen.8
  10. Wunderbares sieht man mitten im Alltag.
  11. Wiederholungsstruktur, z.B. der Held9 muß drei Rätsel10 lösen11.
  12. Im Mittelpunkt steht oft ein Held, der am Anfang Probleme hat, der aber daraus befreit wird und zu Glück und oft auch Gold kommt.
  13. Optimismus
  14. Einfache Sprache
  15. Es gibt auch (Kunst)Märchen, besonders die vom 20. Jahrhundert, die man Antimärchen nennt, und die pessimistisch sind (von Kafka, z.B.).


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