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Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781)


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Aufklärung.

Nathan der Weise (Drama in 5 Akten)

  1. Einige Fakten zum Drama:
    1. Erstveröffentlichung1: 1779
    2. Uraufführung2 (nach dem Tod von Lessing): 1783
    3. Schauplatz3: Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge4.
    4. Hauptfiguren:
  2. Handlung9:
    Nathan kommt von einer Geschäftsreise zurück und hört, daß ein junger christlicher Tempelherr seine Adoptivtocher Recha vor dem Feuertod gerettet10 hat. Dieser Tempelherr ist der persönliche Gefangene11 von dem Sultan. Der christliche Patriarch von Jerusalem fordert12 den jungen Mann auf, mit der christlichen Rückeroberung13 der Stadt zu helfen. Er hilft nicht gern, weil er Loyalität gegenüber dem Sultan fühlt, noch schlimmer ist aber, daß er sich in Recha verliebt hat, und er glaubt, sie sei Jüdin.
    Als er erfährt, daß Recha in Wirklichkeit ein Christenkind ist, das Nathan adoptiert hat, bittet er Nathan um ihre Hand, aber er kann sie nicht heiraten, weil er dann erfährt, daß er und Recha Geschwister14 und Kinder von Saladins Bruder sind, der während er in Europa war, eine Christin geheiratet hatte. Also zeigt Lessing, daß Mitglieder15 verschiedener Religionen Mitglieder einer Familie sind.

  3. Mittelpunkt des Dramas ist eine Parabel von einem Ring (die Ringparabel), in der Nathan auf die Frage des Sultans nach der einzigen wahren Religion antwortet. Saladin erkennt16 in der Parabel die Lehre praktischer Humanität auf der Basis religiöser Toleranz als Voraussetzung17 einer humanen Gesellschaftsordnung.

  4. Hintergrund:
    Dieses Drama schrieb Lessing zum Teil wegen eines Theologiestreites18 mit Pastor Goeze, für den die Bibel unkritisierbare, geoffenbarte19 Wahrheit war. Lessing wollte diesen Glauben der Kritik der Vernunft unterwerfen20. Er glaubte, daß die Vernunft21 immer auf dem Weg zur Wahrheit22, also immer auf der Suche danach sei, nicht aber, daß er die Wahrheit schon kennt. Lessing glaubte auch, daß die praktische Wirkung23 des gelebten Christentums wichter als die Theologie sei.
    In der Ringparabel zeigt Lessing, daß das praktische Verhalten24 der Gläubigen wichtiger ist als der Streit darum, welche Religion die höhere Autorität hat. Die Entscheidung für eine Religion bedeutet nicht, daß andere Menschen die gleiche Entscheidung treffen müssen; die rechten Gläubigen üben25 deswegen untereinander Toleranz und suchen in den anderen Menschen hinter allem Äußerlichen26 das zu finden, was ihnen an Humanität gemeinsam27 ist. Er stellte28 der Intoleranz seiner Gegner das Humanitätsideal der "von Vorurteilen29 freien Liebe" entgegen.


Fragen zu Nathan der Weise

  1. Wie sieht der Ring aus?
  2. Welche Kraft hat der Ring?
  3. Der Besitzer des Ringes will was versichern?
  4. Zu welchem Problem kommt es? (Welche Schwäche hat der Vater?)
  5. Als der Vater weiss, dass er sterben muss, was tut er und warum?
  6. Was folgt dem Tod des Vater?
  7. Saladin ist unzufrieden mit Nathans Antwort auf seine Frage nach der wahren Religion. Wie antwortet Nathan auf die Unzufriedenhiet des Sultans?
  8. Saladin meint, die Religionen sind doch verschieden, aber wie kontert Nathan? Auf was basiert jede Religion?
  9. Zurück zu den Ringen: Was wird dem Richter von den Söhnen über den Fall gesagt?
  10. Was antwortet der Richter?
  11. Was ist der Rat des Richters?
  12. Wie endet die Szene?

Weitere Fragen:

  1. Was ist die Schlüsselstelle dieser Szene?
  2. Was ist Nathans/Lessings Lehre?
  3. Warum war das Drama wohl in seiner Zeit so kontrovers?

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