
Übungsblatt: Der Hauptmann von Köpenick
Das Drama: Der Hauptmann von Köpenick. Ein deutsches Märchen in 3 Akten.
- Der Autor - Carl Zuckmayer
- Die Uraufführung - Berlin, 1931
Der Film: Der Hauptmann von Köpenick.
- Der Star - Heinz Rühmann (der führende Komiker im deutschen Nachkriegsfilm)
- Produziert - Hamburg, 1956
Zuckmayer fand die Idee zu seinem Drama in Berichten aus Berliner Zeitungen aus dem Jahr 1906. Ein Vorbestrafter namens Wilhelm Voigt hatte sich eine Uniform beschaffen und ging mit einem Duzend Soldaten zum Ratshaus in Köpenick, einem Ort ausserhalb von Berlin. Dort hatte er den Bürgermeister verhaftet und die Stadtkasse mitgenommen. Viele Menschen hatten über den Fall gelacht, weil die Köpenicker alles gemacht hatten, was Vogt verlangte, nur weil er eine Uniform anhatte. Es zeigte aber, wie wichtig die Armee und die Uniform in Deutschland waren.
Während Sie den Film sehen, achten Sie auf die verschiedenen Dialekte:
- der Dialekt der unteren Klasse in Berlin (zwischen Willem und seinen Freunden);
- der jüdische Dialekt (beim Schneider);
- Hochdeutsch (zwischen den Charaktern des Bürgertums);
- der bayrische Dialekt (ein Bayer versucht, eine Stelle in der Fabrik zu bekommen);
- der böhmische Dialekt (Böhmen ist ein Teil von der Tschechischen Republik heute, aber damals war es ein Teil von Österreich-Ungarn und viele Menschen dort sprachen Deutsch (wie KAFKA!). Der Altkleiderhändler ist aus Böhmen).
Denken Sie über folgende Fragen nach, während Sie den Film ansehen. Wir werden sie in der Stunde besprechen.
NB: Diese Fragen gibt es auf englisch hier: The Captain
- Beschreiben Sie Willems Problem(e)!
- Wie verhält sich der Autor Willem und seinen Problemen gegenüber?
- Wie verhält sich Willem seiner Situation gegenüber, d.h., wie reagiert er und was versucht er zu machen? Hilft etwas?
- Was ist die Funktion der Szene im Cafe?
- Beschreiben Sie das Gefängnis und was dort geschieht.
- Warum ist die Szene am Sedantag so lustig?
- Wie reagieren die Gefangenen auf die Lektionen des Direktors?
- Willems Schwester und Schwager (Friedrich).
- Aus welcher Klasse kommen sie?
- Was sind Friedrichs Verhältnis zum Staat (d.h. Preussen) und seine Ideen über Preussen ?
- Was geschieht jetzt mit Willem?
- Welche Enttäuschung erlebt Friedrich?
- Warum hat er diese Enttäuschung?
- Wie reagiert er?
- Die Szene zwischen Willem und Friedrich, nachdem Willem den Ausweisungsbrief bekommen hat, ist sehr wichtig für die Ideen des Autors in diesem Drama.
- Welche Ideen spricht Willem aus?
- Welche Ideen spricht Friedrich aus? Warum, glauben Sie, denkt Friedrich so?
- Als Willem dabei ist, durch die Tür zu gehen, sagt Friedrich seiner Frau: "Der Mensch ist gefährlich." (Die Übersetzung in den Untertiteln ist nicht richtig.) Warum denkt Friedrich, dass Willem gefährlich ist?
- Was will der Autor mit dieser Szene sagen? (Denken Sie über die Zeit nach, in dem er es geschrieben hat!)
- Beschreiben Sie, welchen Effekt die Uniform hat, sowohl auf Willem als auch auf andere Menschen!
- Warum hat Willem die Uniform gestohlen?
- Was ist sein Plan?
- Warum gehorchen ihm die Leute?
- Wer sind die einzigen Leute, die Fragen stellen? Und wie werden diese Skeptiker von den anderen behandelt?
- Funktioniert Willems Plan? Warum nicht?
- Wie reagieren die Leute, wenn sie die Geschichte von dem Hauptmann von Köpenick hören?
- Wie reagiert der deutschen Kaiser? Was sagt er?
General thoughts:
Zuckmayer wrote his play in 1931. He is considered a representative of Neue Sachlichkeit and a supporter of democracy and the Weimar Republic. You have recently learned what was happening in Germany around 1931. Based on your knowledge of history and Neue Sachlichkeit, consider the following:
- What was Zuckmayer's overall message in his play?
- How did he try to get his message across?
- Do you think this method of communicating his message to his audience was effective in those days?
- Is this method effective today? Does the play still have meaning today?
- Kafka and Zuckmayer: What similarities do the works we read by these authors have? What are their "solutions" to the problems?
Zitate zu dem Stück:
- Zuckmayer schrieb:
Gerade, dass hier auch die "Gegenseite", das Militär vor allem, nicht blindlings verdammt und verteufelt, sondern mit dem Versuch zu dramatischer Gerechtigkeit dargestellt wurde, machte das Stück und sein Anliegen glaubwürdiger und liess nicht das Misstrauen und den üblen Nachgeschmack aufkommen, den betonte, einseitige Tendenz oder Propaganda immer verursachte.
- Kritiker:
Welche Komödienposition bezieht Zuckmayer? Licht und Schatten verteilt er so gleichmässig, dass die scheidende und unterscheidende Funktion vom Komödienlicht und -schatten darüber zum Teufel geht, den an die Want zu malen gewiss in diesem gradiosen Komödienstoff gelegen hätte.
ljking@oregonstate.edu