GER 341: German Literature
Oregon State University
7 December 2000

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

von Kim Socolofsky

Johann Wolfgang von Goethe war ein Dichter und Dramatiker während der grössten Zeit der deutschen Literatur. Goethe wird als einer der berühmtesten deutschen Schriftsteller angesehen. Seine Erziehung, verschiedene kulturelle Einflüsse und viele einflussreiche Menschen in seinem Leben, wie Johann Gottfried Herder, Klopstock, Kant, Schiller, und andere, halfen, diesen unglaublichen Menschen zu formen. In seinen jungen Jahren war Goethe sehr einflussreich in der „Sturm und Drang" Bewegung, die für die Freiheit und Gleichheit der Menschen kämpfte. In dieser choatischen Zeit suchte Goethe die Gefühle und die Wirklichkeiten der Menschen. Später prägte Goethe die klassische Bewegung der deutschen Literatur.

Johann Wolfgang von Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren. Goethe wuchs in einer wohlhabenden Familie auf. Sein Vater, Johann Kasper Goethe, studierte und promovierte in Jura. Katharina Elisabeth Textor, die Mutter Goethes, war die Tochter des Frankfurter Bürgermeisters. Wie die meisten Kinder wohlhabender Eltern erhielt auch Goethe Privatunterricht. Goethe lernte viel von seiner Kindheit in Frankfurt. In der Zeit des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation war Frankfurt eine der Freien Städte und ein Zentrum des Handels und der Industrie. Frankfurt war auch die deutsche Krönungsstadt. Während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) wurde Frankfurt von den Franzosen besetzt. Sie brachten kosmopolitische Erfahrungen und französische Kultur nach Frankfurt.

Als Goethe 16 Jahre alt war, schickte sein Vater ihn nach Leipzig an die Universität, um Jura zu studieren. In Leipzig lernte er wenig Jura. Staatdessen schrieb er zwei kurze Dramen und veröffentlichte seine ersten Gedichte. In dieser Zeit waren die Natur und die Wahrheit in der Kunst und Literatur sehr wichtig. 1768 kehrte Goethe nach Frankfurt zurück, weil er krank war. 1770-1771 studierte er an der Universität Strassburg. Er lernte Johann Gottfried Herder kennen, der einen sehr grossen Einfluss auf ihn ausübte. Diese Zeit war der Anfang der „Sturm und Drang" Bewegung und auch ein Wendepunkt in der Dichtung und im Leben von Goethe.

Goethe wurde 1771 Lizentiat der Rechte. Er kam nach Frankfurt zurück und gründete ein Rechtsanwaltsbüro. Ideen, die Goethe von Herder bekam, waren die Grundlage für drei seiner Hauptwerke, Götz von Berlichingen (1771-1773), Die Leiden des Jungen Werthers (1774), die ihm europäischen Ruhm brachte, und Urfaust (1787). 1775 lud Herzog Carl August von Sachsen-Weimar Goethe nach Weimar. Der Herzog herrschte über ein kleines Land von etwa 100 000 Einwohnern. Die Hauptstadt war Weimar, und in der Nähe lag die Universitätsstadt Jena. Bald wurde Goethe der Freund und Berater des Herzogs. Goethe beabsichtigte, nur ein paar Monate zu bleiben, er blieb aber sein ganzes Leben. Er starb 1832 in Weimar im Alter von 82 Jahren.

Am Ende des 18. Jahrhunderts war „Deutschland" ein loser Staatenbund, der aus fast zweitausend unabhängigen Staaten bestand. Jeder Staat hatte seinen eigenen Herrscher, eigene Steuern, eigene Gesetze, und sie kämfpten für sich selbst. Zu dieser Zeit, als Goethe ein junger Mann war, war die französische Kultur die wichtigste in Europa und beeinflusste die deutsche Literatur sehr, in den Augen vieler jungen Deutschen zu sehr. Die unerwünschten literarischen Einflüsse von den Franzosen und auch die politische Situation in „Deutschland" führten zu einer wichtigen Bewegung, die „Sturm und Drang" genannt wird. Fiedrich Gottlieb Klopstock war ein Vorläufer dieser Bewegung und Johann Gottfried von Herder, den Goethe in Strassburg kennenlernte, war der philosophische Führer. Die Sturm und Drang Bewegung (1770-1785) wollte politische, kulturelle und literarische Reformen.

Goethe fing seinen Beruf als Schriftsteller in der Zeit des Sturm und Drang an. Die Stürmer und Dränger waren gegen den französischen Formalismus und den Rationalismus, die einen starken Einfluss auf die deutsche Literatur ausübten. Sie glaubten an Natur anstelle von Zivilisation und an die Leidenschaft anstelle von Anstand. In Mailied (1771) und Wilkommen und Abschied (Goethes Schriften: 1787-1790) kamen persönliche Gefühle und Einfachheit zum Ausdruck, die die deutsche Lyrik in eine neue Richtung wendeten. Goethe dramatisierte die Geschichte von Götz von Berlichingen (1771-73), in dem Goethe verächtlich gegen literarische Korrektheit und Formalismus kämpfte. Die Stürmer und Dränger glaubten an Originalität anstatt Nachahmung und an Religion. Zwo wichtige bisher unerorterte biblische Fragen (1783), repräsentierten die religiöse und moralische Seite dieser Bewegung.

Als Goethe 1775 nach Weimar zog, wollte er sich von der Sturm und Drang Bewegung abgrenzen. Fast zehn Jahre schrieb Goethe wenig. Er reiste viel, entweder aus offiziellen Gründen oder mit dem Herzog. Zwei wichtige Ereignisse inspirierten Goethe, die Bewegung der Klassik zu begründen: eine Reise nach Italien und die Freundschaft mit Friedrich Schiller.

Als Goethe ein Kind war, lernte Goethe durch seinen Vater die italienische Kultur kennen. Früher reiste sein Vater nach Italien und diese Reise beschwörte ein Verlangen in Goethe auf nach Italien zu reisen. Goethe suchte neue Anregungen in Italien, um seinen deutschen Hintergrund zu erweitern. Er wollte sich ganz der Kunst widmen und zwischen 1786-1788 überarbeitete und brachte er Egmont, Iphigenie auf Taurus und einen Teil von Torquato Tasso zum Abschluss. Er schrieb auch zwei Szenen von Faust. Im Anschluss an Italien wurde das Schreiben Goethes philosophisher und symbolischer.

In Italien erlebte Goethe die Welt der Antike und der Renaissance. Goethe wollte an den Geist des klassischen Altertums anknüpfen. Er brachte die Einfachheit und die Wichtigkeit der griechischen Literatur in die Klassik. Zwei wichtige Idee der Klassik, die Goethe aus Italien zurückbrachte, sind; „Das Ideal ist reine Menschlichkeit nach dem Vorbild der antiken Griechen." und „Äussere Ordnung und Strenge plus innere Gesetze, führen zu höchst möglicher inneren und äusseren Schönheit" (King).

Als Goethe aus Italien zurückkehrte, lernte er im Jahre 1794 Friedrich Schiller kennen, einen berühmten Literaturtheoretiker und Dramatiker. Schiller, eine wichtiger Stürmer und Dränger, kam als Professor der Geschichte 1789 nach Jena. Die beide hatten das Ziel, die deutsche Literatur der Seriosität des Zwecks und der klassische Statur anzunähern. Goethe und Schiller waren füreinander eine grosse gegenseitige Stütze, und sie hatten ständigen Gedankenaustausch. Schiller stimulierte Goethe und umgekehrt. Mit der Ermutigung Schillers begann Goethe Faust, eines seiner berühmtesten Werke, zum Abschluss zu bringen.

Die Französische Revolution war überall ein wichtiges Ereignis, und die deutschen Klassiker schrieben viel über die Ideen und Auswirkungen der Französischen Revolution. Goethe schrieb mehrere Werke über dieses Thema z.B. Die Aufgeregten (1817), Die natürliche Tochter (1804), Hermann und Dorothea (1798), und Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten (1795). In Wilhelm Meisters Wanderjahre (1821) stellte Goethe die Frage nach der Möglichkeit der individuellen Entwicklung in der fragmentarischen Gesellschaft Europas. Dieser Roman reflektierte die europäische Kultur und Politik dieser Zeit.

Goethe war nicht nur ein literarisches Wunder, sondern auch ein bedeutender Wissenschaftler. In Weimar hatte Goethe anhaltendes Interesse an wissenschaftlichen Sachverhalten. Sein Interesse war nicht nur Lesen sondern auch Experimentieren. Er mochte die Geologie, die Botanik, die Anatomie und die Optik. 1810 veröffentlichte Goethe das anti-Newtonsche Buch Zur Farbenlehre. Zwischen 1817-1824 publizierte Goethe Aufsätze über die Morphologie von Pflanzen und allgemeine wissenschaftliche Themen. Er las viel über Medizin und begann meteorologische Bücher zu lesen und darüber zu schrieben.

Goethe umfasste die Gedanken seiner Generation, die durch die Französische Revolution, die herrschenden Fürsten, Chaos, Unordnung und Kriege, und durch Kant geprägt wurden. Goethe schrieb Meisterwerke, die Massstäbe für den grössten Teil des 19. Jahrhunderts in Lyrik, Epik und Dramen setzten. Die Lebendigkeit seiner Werke ist ein Zeugnis für deren Grossartigkeit. Er war ein früher Verfechter der Weltliteratur. Er fand Anerkennung durch die Einführung einer neuen Form der Literatur, und weil er das Niveau von Bewegungen wie „Sturm und Drang", „Klassik" und „Romantik" mitbestimmte.