Ger 342: German Literature
Oregon State University
March 10, 1998


Hans Theodor Woldson Storm (1817-1888)

von Kim Weil

Hans Theodor Woldson Storm war ein wichtiger deutscher Novellist und Lyriker. Manche nannten ihn einen Erotiker, aber Storm nannte sich selbst "den letzten grossen deutschen Lyriker" (Storm, Viola Tricolor, Introduction). Er war ein Meister der Novelle, und während seines Lebens schrieb er 58 Novellen. Seine Gedichte hatten auch höchste Qualität. Er war ein Menschenfreund und glaubte an demokratische Ideen. Storm wurde am 14. September 1817 in Husum, einer Küstenstadt in Schleswig, geboren. Sein Vater hiess Johann Casimir Storm und war Rechtsanwalt. Seine Mutter hiess Lucie Woldsen. Storm war der älteste Sohn der Familie von 13 Kindern.

1826 studierte Storm an der Husumer Gelehrtenschule, wo er blieb, bis er 18 war. 1835 zog er nach Lübeck, um dort das Gymnasium zu besuchen. 1837-1842 studierte Storm Jura in Kiel und Berlin. Während seiner Zeit in Kiel lernte er Tycho Brahe und Theodor Mommsen kennen. 1843 veröffentlichte Storm sein erstes Werk, das Liederbuch dreier Freunde heisst, weil er es mit den Brüdern Mommsen schrieb. Das Buch war ähnlich wie Herweghs Lieder eines Lebendigen, aber es war nicht politisch.

Als er mit der Universität fertig war, zog Storm wieder nach Husum um. Er wurde Rechtsanwalt und verdiente sehr viel Geld. Aber wegen der dänischen Besatzung musste er später seine Heimat verlassen, und er zog nach Potsdam um. Dort wohnte er mit seiner Familie von 1853 bis 1856, und 1856 zog er wieder nach Heiligenstadt um. Während seines Exils in Preussen war er Assessor, aber er bekam nicht so viel Geld. Er bekam kein Gehalt und musste immer noch Geld von seinem Vater borgen. Er hatte "Arbeits-Hetzjagd," und deshalb hatte er weder Zeit noch Energie für seine Familie. 1856 wurde er an das Kreisgericht berufen.

1863 gab es Aufstände in Schleswig-Holstein, die 1864 in der Trennung von Schleswig und Holstein endeten. 1864 konnte er endlich nach Husum ziehen, und er nahm die Stelle als Bürgermeister an. Später im Jahr 1867 wurde er Amtsgerichtsrat, und er war Amtsgerichtsrat, bis er in den Ruhestand trat. 1880 war er im Ruhestand in Hademarschen. Während der achtziger Jahre hatte Storm chronische Verdauungsstörungen und innere Erkrankungen. In den Sommermonaten reiste er viel, um seine Gesundheit zu fördern. Er starb am 4. Juli 1888 an Magenkrebs.

Während seiner Kindheit hatte Storms Mutter keine Zuneigung zu ihren Kindern gezeigt. Weil er als Kind keine Liebe bekam, war Einsamkeit seine grösste Sorge. Vom Jahr 1837 bis 1838 war er mit Emma K. verlobt, aber später wollte er sie nicht heiraten, und er löste die Verlobung auf. 1833 schrieb er das Gedichte An Emma für sie. 1842 verliebte er sich in Bertha von Buchan, aber sie liebte ihn nicht! Seine erste Frau war seine Kusine Constanze Esmarch. Sie heirateten im Jahr 1846.

Storm und Constanze hatten sieben Kinder zusammen. Hans war der älteste Sohn, der 1848 geboren wurde. Die anderen Söhne hiessen Ernst und Karl. Die Töchter waren Lisbeth (die älteste), Lucie und Elsabe. Constanze bekam noch eine Tochter, die aber 1865 bald nach der Geburt Getrudes an Fieber starb. Hans wurde schliesslich Arzt, aber er hatte ein ernstes Problem. Er war Seufer und sehr haltlos. Er starb 1886, nach seinem Vater. Karl Storm wurde Musiklehrer, und er hatte später Syphilis. Ernst wurde Rechtsanwalt wie sein Vater.

Nach dem Tod Constanzes hatten die Kinder keine Mutter. Deshalb heiratete Storm ein Jahr später (1866) seine ehemälige Geliebte, Doris Jensen. Sie war die Tochter eines Senator namens Peter Jensen. Sie war eine "Ersatzmutter", weil die Kinder noch jung waren. Storm liebte sie nicht, wie er Constanze geliebt hatte, aber es war günstig für Storm, eine Frau zu haben. 1868 wurde Friedricke (Dodo) Storm geboren, die Storm, "unsere kleine, süsse Missgeburt" (Jackson 152) nannte. 1871 hatte Jensen eine Fehlgeburt, und Storm war glücklich, weil er keine Kinder mehr wollte.

Storm respekierte seine Frauenn nicht. Als Constanze ihm Briefe schrieb, kritisierte er sie, wenn sie Schreibfehler machte, oder wenn sie über unwichtige Angelegenheiten schrieb. "Letters which did not assure him about the ineffable nature of their love and her eternal devotion, plunged him into doubts about her love in particular and love in general" (Jackson 39-40). Storm nannte seine zweite Frau "Stiefmütterchen". Die Kinder sollten sie nicht "Mutter" nennen. Sie hatte viele Probleme mit den Kindern und war deshalb immer deprimiert, weil die Kinder sie nicht gern hatten. Wegen der Probleme mit der Familie traf Storm sich immer mit Aristokraten und übersah seine Familie. Sein Familieleben war aber sehr schwer.

Storm glaubte nicht an Gott, und er kritisierte oft die evangelische Kirche. Als Storm ein Kind war, nahm er nie an der Kirche teil, weil sein Vater Rationalist war. Er heiratete Jensen nicht kirchlich, und bei Constanzes Beerdigung gab es keinen Pastor. Er glaubte nicht an die Kirche, weil sie Liebe, Sex und Ehen regulierte.

Weil Storm Menschenfreund war, dachte er an eine freie deutsche Nation. 1864, während des Aufstands in Schleswig-Holstein, schrieb er Die Regentrude. In diesem Märchen drückte er seine Ablehnung gegenüber Nationen, die viel Macht hatten, aus. Er schrieb auch viel über eine Idee, die er selbst "Religion der Liebe" nannte. Er brauchte Liebe, weil er als Kind keine hatte.

Storm's religion of love and his view of the German lyric tradition are interrelated. In his eyes, both were part of a general scheme of human development (Jackson 72). . . Alcoholism, syphilis and mental illness (Familienereignisse) affected the very core of Storm's humanitarianism: his cult of marital love (Jackson 221).

Storms Werke sind wie die Werke vom Philosophen Ludwig Feürbach, die von humanitären Ideen handelten. Seine Gedichte waren Erlebnisgedichte, die er über Liebe und die Verhältnisse zwischen Liebenden schrieb.

1873 schrieb er die Novelle Stiefmütterchen (Viola Tricolor), die von Jensen und seinen tiefen Familienproblemen handelte. Und im Jahr 1877 schrieb er die Novelle Curator Carsten über seinen ältesten Sohn, Hans. Am Ende der Novelle war alles sehr tragisch, und Carsten lernte, dass "there is no salvation, but death for a person whose heredity condemns him to a frustrated life" (Storm, Viola Tricolor, Introduction). Er schrieb auch Gedichte und Märchen für seine jungen Kinder. Ein berühmtes Märchen von Storm heisst Der kleine Häwelmann (1849).

Storm hatte ein erfülltes Leben und schrieb viele Werke. Andere grosse und bewunderte Werke sind: Immensee (1849), Renate (1878) und Der Schimmelreiter (1888). Obwohl er Mentoren wie Goethe, Eichendorff und Heine hatte, hatte er seinen eigenen Stil. Er glaubte fest an die Liebe, Menschenrechte und die Demokratie, und dieser Glaube kommt oft in seinen Werken vor. Wenn man etwas über Storm wissen will, muss man Werke von ihm lesen.


Literaturverzeichnis

  1. David A. Jackson. Theodor Storm: The Life and Works of a Democratic Humanitarian. Oxford: Berg Publishers, Inc., 1992.

  2. Theodor Storm. Ausgewählte Werke. Braunschweig: Georg Westermann Verlag, 1948.

  3. Theodor Storm. Little Hobbin. New York: North-South Books, Inc., 1995.

  4. Theodor Storm. Viola Tricolor and Curator Carsten. New York: Frederick Ungar Publishing Co., 1956.

  5. E.O. Wooley. Theodor Storm's World in Pictures. Bloomington: Indiana University Press, 1954.