GER 341: German Literature
Oregon State University
December 3, 1997


Heinrich von Kleist (1777-1811)
von Kimberlee A. Weil

Heinrich von Kleist ist der größte preußische Dramatiker der deutschen Literatur. Obwohl seine Dramen während seines Lebens keinen Erfolg hatten, werden seine Werke heute als ein großer Beitrag zur deutschen Literatur betrachtet. "Kleist ist wie Goethe, Schiller und Grillparzer, die die Gipfelpunkte der deutsche Dichtung waren" (Lohan 224). Er schrieb sieben vollständige Dramen, die während seines Lebens nie aufgeführt wurden. Sein Leben war sehr tragisch, und er hatte viele Schwierigkeiten. Da er keinen literarischen Erfolg hatte, erlebte er auch Armut, Krankheit und Einsamkeit. Wenn man etwas über Kleist weiß, dann kann man aus seinen Werken und seinem Leben etwas lernen.

Heinrich von Kleist war auch eine Art Philosoph. Er hatte viele Ideen darüber, wie das Leben sein soll. Seine Ziele waren Glück, menschliche Freiheit und sein Leben zu planen. Sein größter Wunsch war es, ein eigenes Kind zu haben, ein schönes Gedicht zu schreiben und eine gute Tat zu tun. Er dachte nicht an Geld oder Reichtum, sondern an sein Leben und daran, was er machen soll. Er war religiös und dachte über Gott, Wahrheit, Vollkommenheit und Unsterblichkeit nach. Er dachte, daß wir nach dem Tod die Wahrheit und die Vollkommenheit bekommen würden. Das Leben auf der Erde ist kurz, und es gibt ein höheres Ziel. Insgesamt war es sein größtes Ziel, glücklich zu sein.

Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist wurde am 18. Oktober 1777 in Frankfurt an der Oder geboren. Er war der älteste Sohn von Joachim Friedrich von Kleist, einem Kapitän im Leopold von Braunschweigischen Regiment in Frankfurt. Im Jahr 1788 starb Kleists Vater, und 1793 starb seine Mutter an Entzündungsfieber. Er kam sehr gut mit seiner Halbschwester Ulrike und seiner Cousine, Marie von Kleist, aus. Während seines Lebens schrieb Kleist viele wichtige Briefe an seine Verwandten.

Die Familie Kleist war eine militärische Familie. 1792, als Heinrich von Kleist jung war, ging er zum Militär. Zuerst war er Gefreiterkorporal in Potsdam, und später hieß er Sekondeleutnant Kleist. 1799 bekam Kleist den erbetenen Abschied vom Militär. Er war ein guter Soldat, aber er dachte an den Frieden und wollte glücklich sein. Er fühlte auch, daß das Militär eine Art von Versklavung war. Er wollte seine Freiheit haben. Er dachte, daß "happiness cannot be demonstrated like a mathematical theorem, but it must be felt" (Blankenagel 6). Deshalb immatrikulierte Kleist an der philosophischen Fakultät der Universtität Frankfurt an der Oder. Von 1799 bis 1780 studierte er Physik, Mathematik, Kulturgeschichte und Naturrecht. Das eine Jahr auf der Uni war seine einzige formale Erziehung außer von dem Hauslehrer in seiner Kindheit.

Ohne Arbeit hatte Kleist ein Wanderleben. Nach der Universität traf er Wilhelmine von Zenge. 1800 verliebte er sich in sie. Zenge war nicht glücklich. Als Kleist in der Schweiz wohnen wollte, wollte Zenge bei ihren Eltern bleiben. 1802 löste sie die Verlobung auf. Später heiratete Zenge einen Professor der Philosophie, der ruhiger war.

Kleists erste große Reise ging mit Ludwig von Brockes nach Würzburg. Vom Septemer bis Oktober im Jahr 1800 fuhren sie durch Städte wie Freiburg, Lungwitz und Reichenback nach Würzburg. Kleist empfand eine tiefe Dankbarkeit für die Schönheit der Natur und der Landschaft. Er war sehr optimistisch in allen seinen Briefen, die voll von Gefühlen, Begeisterung und Hoffnung waren. Vor seiner Reise waren seine Briefe ziemlich kalt und voll von Unsicherheit gewesen. Er war ein Fremder in der Gesellschaft und war nur glücklich, wenn er alleine war. Diese Reise war ein Wendepunkt in dem Leben von Kleist.

Seine nächste Reise unternahm er 1801 und 1802. Zuerst fuhren er mit Ulrike in Paris, und später ging er in die Schweiz. In Bern traf er Heinrich von Zscholkke, Ludwig Wieland und Heinrich Gessner, den Verleger seines ersten Dramas Die Familie Schoffenstein. Während Kleists Aufenthalt in Bern kaufte er ein Landgut am Thuner See. Weil er durch zu viel Arbeit krank wurde, verließ er die Schweiz und fuhr nach Weimar, wo er mit Martin Wieland wohnte. Hier verbrannte er seine Kopie von Robert Guiskard, und Wielands Tochter Luise verliebte sich in ihn. Sie war seine zweite Liebe, aber trotzdem ging er wieder weg, und zwar diesmal nach Dresden und weiter nach Paris.

1803 waren die Napoleonischen Kriege noch nicht zu Ende. Kleist meldete sich freiwillig bei der französischen Armee, um in England einzudringen. Sein Ziel war der Tod, weil er sich fühlte, als ob er ein tragisches Leben hätte. Nichts passierte, und der erschöpfte Kleist mußte nach Paris zurückgehen. Auf dem Weg nach Berlin bekam er eine noch schwerere Krankheit und mußte in Frankfurt am Main bleiben. Im Januar 1804 wurde Die Familie Schoffenstein in Graz uraufgeführt, aber wiederum hatte er keinen Erfolg. Schließlich mußte er aufgrund, finanziellen Sorgen eine Beamenstelle annehmen. In Königsberg arbeitete er im Finanzamt. Sein Leben war ruhiger, und er hatte mehr Zeit zu schreiben.

The stuggle of his country against the agressions of Napoleon aroused his interest, and the distress of Prussia impressed him with the necessity of thinking in terms of the fatherland as a whole. The desire to devote himself more and more to poetic productivity rendered his employment irksome and induced him to request in July, 1806, that he be relieved of his duties on the ground that ill health incapacitated him (Blankenagel 21).

1807 nach seiner Entlassung wanderte er mit ein Paar Freunden nach Berlin. Dort Berlin verhafteten die Franzosen Kleist, Gauvain und Ehrenberg wegen Spionageverdacht. Die drei wurden in die Jura-Festung Fort de Joux bei Pontarlier gebracht. Später gingen sie nach Châlons-sur-Marne als Kriegsgefangene. Am 13. Juli 1807 erhielten sie den Entlassungsschein.

Nach seiner Entlassungs lernte Kleist Adam Müller in Dresden kennen. Mit ihm schrieb er die Monatsschrift Phoebus, ein Journal für die Kunst. Hier traf er Goethe, Wieland und Tieck, die als erste seine Werken anerkannten. 1808 wurde Der zerbrochne Krug unter Goethes Regie in Weimar uraufgeführt. Während dieser Zeit hatte Phoebus noch keinen Erfolg und auch nicht Der zerbrochne Krug. 1809 in Prag versuchte Kleist auch das patriotische Journal Germania zu publizieren, aber gab all Hoffnung auf, da es nicht erfolgreich war.

Kleist wanderte bis Februar 1810 und ging dann nach Berlin. Die ganze Zeit wußte niemand, wo er war. In März 1810 schrieb er ein Sonnett für die Königin Luise als Geburtstagsgeschenk. Damit hatte er Erfolg, und danach schrieb er für ein Journal, Die Berliner Abendblätter, aber wegen Schwierigkeiten mit der Zenzur mußte er damit aufhören. Er zog sich vollkommen zurück.

Während seiner Zurückgezogenheit in seinem Zimmer war Kleist sehr unglücklich. Er arbeitete nicht, seine Einbildungskraft funktionierte nicht und "there is not a single ray or light in the future which he can contemplate with joy and hope" (Blankenagel 27). Er mußte Geld von seiner Schwester und seiner Freundin, Ulrike, borgen. Er dachte mehr und mehr an seinen Tod. Er schrieb oft an Marie von Kleist, seine Cousine, und zeigte ihr alles. Seine Seele war empfindlich, und nur ihr erzählte er von seinen Gefühlen und Meinungen.

Er freute sich auf die Wonne seines Todes. In ihm selbst wuchsen Zweifel an seiner Begabung. Er dachte, daß er nichts mehr auf dieser Erde lernen könnte, und er war traurig, daß seine Verdienste nicht anerkannt wurden. Seine Schwester und Marie konnten ihm auch nicht helfen.

Am 21. November 1811 ging Kleist an den Wannsee in der Nähe von Potsdam. Dort traf er Henriette Vogel, die auch an Unsterblichkeit dachte. Sie hatte Gebärmutterkrebs und wollte nicht mehr leiden. Kleist erfüllte ihren Wünsch und erschoß sie und dann sich selbst.

Ein Leben, das meistens tragisch war, war am Ende am tragischsten. Da er Selbstmord aussübte, hatte er keine Chance, seine Ziele zu vollenden. In Wirklichkeit war er nie glücklich und erreichte seine Ziele nicht. Es ist aber sehr ironisch, daß er diese Ideen hatten, sie aber nicht erfüllen konnte. Kleists Leben war die größte Schwierigkeit, und auf seiner suche nach Glück fand er keines.

Seine Dramen waren in seiner Zeit nicht erfolgreich, aber heute erinneren wir uns an sein Leben und die Werke, die er schrieb. Wir können über seine Philosophie nachdenken und auch über die Fehler seines Lebens. Wir können lernen, daß das Leben wirklich wertvoll ist, und daß wir alles machen müssen, was wir machen können. Die Lehre von seinem Leben ist, daß, erfolgreich oder nicht, nur unsere Bemühungen wichtig sind. Heute ist Kleist sehr wichtig für die deutsche Literatur, und seine Dramen und Werke sind immer noch etwas Besonderes. Heinrich von Kleist ist der größte preußische Dramatiker seiner Zeit.


Bibliographie

  1. John C. Blankenagel. The Dramas of Heinrich von Kleist. Chapel Hill: The University of North Carolina Press, 1931, pp. 1-32.
  2. Günther Emig. "Heinrich von Kleist: Zeittafel zu Leben und Werk." [http://www.kleist.org/kl_bio1.htm], July 1997.
  3. Robert Lohan.The Golden Age of German Literature. New York: Frederick Ungar Publishing Co., 1945, pp. 199-224.
  4. Richard March. Heinrich von Kleist. New Haven: Yale University Press, 1954, pp. 57-59.
  5. Peter Stängle, "Heinrich von Kleist-Daten zu Leben und Werk." [http://www.kleist.org/kl_bio2.htm], July 1997.