Die zweite Hälfte des 19.
Jahrhunderts:
Von dem Ende der deutschen Revolution (1848) bis zum Ende
Bismarcks (1890)
Man nennt diese Jahre in Deutschland manchmal die Ära
Bismarcks, weil dieser preußische1 Politiker so wichtig für diese
Zeit war. 1862 wurde Bismarck preußischer Ministerpräsident.
1848 gab es in vielen
europäischen Ländern Revolutionen, auch in Deutschland, wo das Bürgertum2 sie führte3. Aber die deutsche Revolution scheiterte4, und das Bürgertum hatte bis zum Ende des Deutschen Reiches 1918 keine richtige Macht im Staat.
Wichtige Ereignisse5, die zu einem vereinten deutschen Staat führten:
1866: Krieg zwischen Österreich und Preußen um die Vorherrschaft6 im deutschen Raum (Preußen gewann).
1866: Das Ende des Deutschen Bundes und die Gründung7 des Norddeutschen Bundes 1866 (wie der Deutsche Bund, auch
unter Führung Preußens).
1870: Krieg zwischen Preußen und Frankreich (P. gewann).
1871: Einigung Deutschlands als
Deutsches Reich (durch Bismarck) unter Vorherrschaft Preußens. (Nach der Einigung ist der Konflikt zwischen Preußen und Österreich nicht mehr so wichtig.)
In dieser Zeit (besonders nach 1871) waren charakteristisch:
Bestrebungen8, Deutschland zu einer Nation zu vereinen.
Außenpolitisch demonstrierte das Deutsche Reich seine Macht9.
In ganz Europa waren Imperialismus
und Nationalismus (lesen Sie hier die Defintion vom Nationalismus und Imperialismus!) Grundströmungen12 der Politik bis zum 1.
Weltkrieg13. Mit dem Gedanken eines Nationalstaates verband14 das Bürgertum (trotz ihrer Machtlosigkeit) die Idee, daß Deutschland in der Welt eine größere Rolle spielen sollte, und daß ihr Land von anderen Ländern ernster genommen werden sollte.
Für diese Zeit waren die Naturwissenschaften und die Technik sehr wichtig. Manche Deutschen begannen an die
Erklärbarkeit15 aller Dinge und der Menschen zu glauben.
Entdeckungen und Erfindungen16 von Deutschen:
Röntgenstrahlen (x-
rays)
Dieselmotor
Drahtlose Telegraphie
Eletrizitätslehre
Pathologie
Bakteriologie
Sehr wichtig für die ganze Epoche:
Darwin (Über den Ursprung der Arten 1859).
Auf der einen Seite: Illusions- und Glaubenslosigkeit, weil man erkannt hatte, daß der Mensch in einer Kausalkette
schicksalshafter Faktoren gefangen ist19, gegen die zu kämpfen
nur tragisch enden kann. Der Kulturpessimismus Arthur Schopenhauers ist wichtig (Er sagte: in der Welt sein heißt leiden20).
Auf der anderen Seite: oberflächlicher21 Optimismus und
Fortschrittsglauben22. Auf dieser Seite standen viele Bürgerliche, dessen
Geschmack23 oft von der Trivialliteratur kam.
DIE LITERATUR
In der deutschen Literatur schrieben die meisten SchriftstellerInnen dieser Ära im Stil des Realismus. Am Ende des Jahrhunderts kam dann eine neue Bewegung, der Naturalismus (mehr darüber später).