Handke GER 343: German Literature
Oregon State University
June 5,1997

Peter Handke
(1942-Present)

von Jennifer Ellis

Peter Handke ist ein behrümter Dramatiker und Autor. Er wurde am sechsten December 1942 in Griffen geboren, einem kleinen Dorf in Österreich. Handke kannte seinen natürlichen Vater nicht, aber seine Mutter Maria heiratete Bruno Handke, und Peter dachte an ihn als seinen Vater. Bruno war Zimmermann und arbeitete in einem Geschäft in Griffen. Die Oma von Handke starb an Krebs in demselben Zimmer, wo er als Kind schlief.

Als Kind war Peter ein hervorragender Schüler und bekam ein Stipendium für ein katholikes Internat in Tanzenberg. Ab 1961 studierte er Jura an der Universität Graz, und 1966 publizierte das Verlagshaus Suhrkamp seinen Roman Die Hornissen. Später im Jahr 1966 heiratete Peter die Schauspielerin Libgart Schwarz, und 1969 hatten sie eine Tochter Amina. 1972 ließ er sich von Libgart scheiden und zog Amina allein auf. 1981 schrieb er Kindergeschichte, die seine Probleme als Alleinerziehender beschreibt.

1966 schrieb er sein erstes Schauspiel, Publikumsbeschimpfung, und die Premiere war in Frankfurt am Main. Der Text für dieses Schauspiel ist sehr interessant. Die Schauspieler hören eine Litanei der katholischen Kirche, "Tell Me" von den Rolling Stones, und sehen die Beatles Filme, dann beobachten sie Affen und Lamas in dem Zoo. Dann gibt es drei Seiten über das Arrangement und die Ordnung des Schauspiels, aber die Zuschauer hören nur die Töne. Später, als der Vorhang aufgeht, gibt es eine leere Bühne. Die Zuschauer sehen ein Schauspiel ohne Handlung. Die Schauspieler sprechen nur, und alles ist leer. Das Schauspiel "wurde nicht um des Spiels, sondern um der Wirchlichkeit willen gespielt" (Hardin 179).

1966 schrieb er das Drama Selbstbezichtigung. Es hat nur eine Frau und einen Mann als Sprecher und beginnt mit "Ich bin auf die Welt gekommen", weil die Schauspieler ihre ersten Blicke und Töne auf der Welt beschreiben. Als die Kinder älter werden, sagen sie: "Ich bin der Gegenstand von Sätzen geworden… Ich bin eine Aneinanderreihung von Buchstaben geworden" (Hardin 181). Die Nachricht von Handke war, daß Sprache hindert und befähigt. Die Sprecher von diesem Drama sagen, daß das Spiel während der Spielzeit sich ändert : "Ich bin ins Theater gegangen. Ich habe dieses Stück gesprochen. Ich habe dieses Stück geschrieben" (Hardin 181).

1970 publizierte Handke seinen Roman Die Angst des Tormanns beim Elfmeter. Es ist eine Geschichte über einen Tormann, der einen Mord begeht und von der Polizei wegläuft. 1972 wurde der Roman von Wim Wenders verfilmt. Wenders und Handke arbeiteten auch an den Filmen Falsche Bewegung und Der Himmel über Berlin zusammen. Während der siebziger Jahre erzielte Handke viel Berühmtheit in den Zeitungen, die sagten, daß er Probleme mit der Polizei und ein Verhältnis mit der Schauspielerin Jeanne Moreau hätte.

1971, als seine Mutter Maria einundfünfzig war, beging sie Selbstmord. Sie schrieb einen kurzen Brief an Peter, der sagte, daß es unvorstellbar zu Leben sei. 1972 schrieb er Wunschloses Unglück, eine Biographie über das tragische Leben seiner Mutter. Er schrieb über ihr Leben, weil er "sprachlos" über ihren Tod war. Wunschloses Unglück hat auch Details über das Leben seiner Familie, und es beginnt mit einer Beschreibung von den Eltern seiner Mutter und ihrer Geburt. Handke sagte, daß Schrieben seinen Kummer nicht überwinde. Das Schreiben von Handke ist am Ende der Geschichte unklar, und es gibt ein Versprechen, daß er genauer in der Zukunft sein werde.

1973 schrieb er das Schauspiel Die Unvernünfigen sterben aus. Der Charakter Hermann Quinn ist ein mächtiger Kapitalist, der seine Arbeiter aus beutet. Die Kapitalisten beschreiben sein System als rational, und sie sagen:

Unsere Produkte aber gibt es, und indemes sie die gibt, sind sie schon vernünftig-sonst hätten wir als Vernunftswesen sieja nicht aus vernünftigen Rohstoffen in vernünftigen Arbeitsgängen durchvernünftige Menschen erzeugen lassen. (Hardin 184)
Von 1973 bis 1979 wohnte Handke in Paris und schrieb Langsame Heimkehr, und dann zog er 1979 nach Salzburg, damit seine Tochter ein deutsches Gymnasium besuchten konnte. In Salzburg hatte er ein Verhältnis mit der Schauspielerin Marie Colbin, und 1986 hatte sie die Hauptrolle in seinem Fernsehfilm, La Maladie de la Mort. Später im Jahre 1986 übersetzte er Prometheus Bound von Aeschylus ins Deutsche als Prometheus gefesselt, und 1987 reiste er nach Jugoslawien, Griechenland, Agypten, Spanien, und Japan. Nach der Reise übersetzte er The Winter’s Tale von Shakespeare ins Deutsche als Das Wintermärchen, und 1990 war die Premiere in Berlin.

Sein Schauspiel Das Spiel vom Fragen oder die Reise zum sondern Land ist vier Stunden lang und hat acht Charaktere. Sieben gehen nach einem klangvollen Land, und der achte Charakter trifft die anderen in verschiedenen Verkleidungen. Kritiker sagten:

Peter Handke weiß nicht, wie man Stücke schreibt, das heißt, er will es nichtWissen. So tritt uns das Schauspiel selber wie eine Frage entgegen. Wahrscheinlich erwartet er keine Antwort, Bestimmt aber Zuneigung. (Hardin 187)

Die Antwort von Handke war: "Ich hasse alle Leute, die wissen, wie ein Stück geschrieben zu sein hat" (Hardin 187). 1990 kam Handke nach Pais zurück, und im Mai war die Premiere seines Schauspiels Die Stunde da wir nichts voneinander wußten in Wien. Es ist ein Schauspiel ohne Wörter und hat viele Schauspieler.

Die Arbeit von Handke gewann viele literarische Preise: 1967 der Hauptmann Preis, 1973 der Büchner Preis, 1979 der Kafka Preis, 1987 der Vilencia Preis, und 1991 der Grillparzer Preis. Alle Schauspiele von Handke sind verschieden, und die Zuschauer können erschüttert sein, an dem Schauspiel teilnehmen, ein Schauspiel ohne Worter oder eines nur mit Wörtern sehen. Mit jedem Schauspiel kommt eine Überraschung.


Bibliographie

  1. James Hardin. Twentieth-Century German Dramatists,1919-1992 vol.124. Detroit, Michigan:Gale Research Inc., 1992. Pgs. 178-187.

  2. Richard Firda. Peter Handke. New York, New York:
  3. Twayne Publishers, 1993.

  4. Jerome Klinkowitz. Peter Handke and the Postmodern
  5. Transformation. Columbia, Missouri:University of Missouri Press, 1983.

  6. June Schlueter. The Plays and Novels of Peter Handke.
  7. Pittsburgh, Pennsylvania:University of Pittsburgh Press, 1981.