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Goethes "Grenzen der Menschheit" und die Klassik


Dieses Gedicht, wie Wandrers Nachtlied, schrieb Goethe in den ersten Weimarjahren, in denen er sich von dem Sturm und Drang abgrenzen wollte. Er wollte sich jetzt auf das rechte Maß einschränken1. Die Ideen des Sturmes und Dranges erschienen ihm jetzt maßlos. Er glaubte, daß die wichtige Idee der Begrenzung, die die Menschen brauchen, im Sturm und Drang nicht da war. Er wollte sich mit dem Streben nach unbegrenzter Unmittelbarkeit2, die alle Konventionen negierte, abrechnen3.

In den Gedichten, die er in dieser Zeit schrieb, gab er den extremen Egozentrismus und die Kühnheit4 der Sprache, die es in den Sturm und Drang Gedichten gab, auf und schrieb in einem ruhigeren, distanzierteren Ton. Der Satzbau ist regelmäßiger, und es gibt eine distanziertere Sicht des Menschen.

Er wollte die Grenzen zwischen Gott und dem Menschen nicht mehr verwischen5. Es ging ihm jetzt um die Grenzen oder den fundamentalen Kontrast zwischen dem Göttlichen und dem Menschlichen.

Jetzt glaubte er, daß der Mensch von den Gesetzen der Natur gebunden ist, aber er glaubte auch, daß der Mensch trotzdem versuchen soll, den Göttern zu gleichen. Dazu hat der Mensch die Fähigkeit6 zur kritischen Unterscheidung und zur prüfenden Abwägung sittlicher Werte7.


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