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DER EXPRESSIONISMUS (1905-1924)


  1. Der Expressionismus, wie der Symbolismus und der Impressionismus, war eine Gegenbewegung zum Naturalismus, aber im Expressionismus gab es mehr gesellschaftliches Interesse als im Impressionismus oder im Symbolismus.

  2. Das Wort Expressionismus gebrauchte man zum ersten Mal um 1911, aber Künstler schrieben und malten schon 1905 in diesem Stil, also datiert man diese Bewegung ab 1905.

  3. Die Expressionisten glaubten, daß die Entwicklung1 der Menschheit chaotisch war und daß die Welt ohne Moral war.

  4. Die alte Ordnung (die Gesellschaft, der Militarismus, die industrielle Entwicklung, die Technologie) und die Kunst, die diese Ordnung repräsentierte, hatten die Menschen von sich und der Natur entfremdet2. Der Mensch war zu einem Teil einer Maschine geworden.

  5. Wegen dieser Probleme wollten die Expressionisten eine neue Welt, eine neue Menschheit sehen.

  6. Um die Probleme zu überwinden3, mußte der Mensch sich mit allen Lebendigen, besonders aber mit den Mitmenschen verbrüdern.

  7. Nicht das Individuum war wichtig, sondern die Bruderschaft, das Kollektive.

  8. Expressionismus war auch eine wichtige Bewegung in der Malerei. Lesen Sie mehr darüber (auf englisch und deutsch):

  9. Auch wichtig fürs Denken der Expressionisten waren Darwinismus und die Ideen von Friedrich Nietzsche (1844-1900).

  10. Charakteristiken der Kunst des Expressionismus:
    • Visionär, utopisch, viel Intensität, der Schrei in der Kunst ("OH MENSCH!!!")
    • Die Dichter sollen nicht exakt die Wirklichkeit4 oder nur Eindrücke5 von der Welt wiedergeben, sondern sie kreieren aus ihrer inneren Vision heraus eine Welt; sie drücken6 ihre eigenen Empfindungen7 aus. Das Wort drückt die Seele der Dichter aus, und die Dichter sind Seher, Visonäre.
    • Alles in der Kunst ist abstrahiert, d.h., die exakten Details zeigte man nicht, sondern nur das Wesentliche8.
    • Die Dichter wollten die Menschen provizieren.
    • Die Sprache ist eine exakte Wiedergabe der Seele9 der Dichter, deswegen ist sie manchmal den Lesern unklar. Man reduziert den Satz aufs Notwendigste10, und es gibt immer eine aktive, nicht eine passive Sprache, wie z.B. viele Verben. Man kreiert neue Wörter.

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Die wichtigsten Menschen:

Gottfried Benn (1886-1956)
Else Lasker-Schüler (1876-1945)
Georg Heym (1887-1912)
Georg Kaiser (1878-1945)
Georg Trakl (1887-1914)
Ernst Toller (1893-1939)
Franz Kafka (1883-1924) (Kafka wird manchmal zu den Expressionisten gezählt, obwohl er eigentlich in keine Gruppe paßt. Seine Werke haben aber doch manche Qualitäten des Expressionismus.)
Historischer Hintergrund (1890-1918).
Naturalismus, Impressionismus, Symbolismus.
Historischer Hintergrund (1918-1945).
Literatur 1925-1945 (mit Neuer Sachlichkeit, usw.)
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