GER 341: German Literature
Oregon State University
December 2, 1999

Sophie von La Roche: ein konfliktvolles Leben (1730-1807)

von Becca Meskimen


Sophie von La Roches Leben

Sophie La Roche lebte ein volles Leben. Im Jahr 1730 wurde sie geboren. Sie hiess Marie Sophie Gutermann, das erste Kind von Georg Friedrich Gutermann und Regina Barbara von Unhold. Georg Friedrich war Arzt, und er war später Dekan einer medizinischen Fakultät. Regina Barbara ist uns heute grösstenteils unbekannt, und sie starb, als Sophie erst 17 Jahre alt war (Blackwell 149).

Nach vielen Freundschaften mit Männern heiratete Sophie endlich Georg Michael Frank am 27. Dezember 1753. Er war Privatsekretär des Herzogs von Stadion in Mainz, und später wurde er Kanzler von Trier (tkp). Miteinander hatten sie acht Kinder, aber erst fünf überlebten die frühe Kindheit.

Sophie schrieb sehr viel in ihrem Leben: Romane, Briefe, moralische Wochenschriften, Kurzgeschichten, und Reisegeschichten. Anfangs brachten ihr ihre Werke Ruhm und eine gehobenere gesellschaftliche Position. Doch ignorierte die Literaturwissenschaft ihre Werke bis kürzlich (Blackwell 152). Viele Werke anderer Frauen verlegte und förderte Sophie auch: Karoline von Günderrode, Caroline von Wolzogen, Philippine Gatterer Engelhard, Sophie Albrecht, Luise von Göchhausen, und Wilhelmine von Gresdorf (Blackwell 151-52).

Nachdem sie im Jahr 1786 nach Offenbach zog, war sie Gastgeberin eines berühmten Salons. Sophie setzte in ihren letzen Jahren zu schreiben fort, und sie starb am 18. Februar 1807 in Offenbach.

Ein konfliktvolles Leben

Sogar mit ihrem Erfolg als Autorin war Sophies Leben eines mit Konflikten.

Kindheit

Sophie wurde in Ausberg in einer Familie aufzogen, die zwischen dem höheren Bürgertum und dem Adel stand (tkp). Trotzdem es ganz klar wurde, dass sie ein Genie war – sie las die Bibel, als sie nur fünf Jahre alt war – schränkte ihr Vater ihre Studien zu nur traditionell weiblichen Fertigkeiten, einschliesslich Malen, Tanzen, Französisch, Nähen, und Kochen, ein (Blackwell 149, 150)(tkp).

Die Freundschaften

Sophie wurde von ihrem Vater mit Gian Lodovico Bianconi, einem italienischen Arzt, verlobt, als sie erst 17 Jahre alt war. Aber die Verlobung wurde wegen eines Streites darüber, unter welcher Religion die Kinder aufzogen werden sollten, abgebrochen (Hardin 155). Im Jahr 1750 verlobte sich Sophia kurz mit Christopher Martin Wieland, der auch ihr entfernter Cousin war. Alle ihre Verwandten waren gegen die Ehe, und das Verhältnis wurde auch abgebrochen (Hardin 156). Doch verblieben sie beste Freunde, und sie schrieben einander über 5500 Briefe in ihrem Leben. Ihre Kinder waren auch Spielgefährte (Hardin 156). Endlich heiratete Sophie im Jahr 1753 Georg Michael Frank (Blackwell 150). Später nahm Georg den Namen La Roche. Sie veblieben bis zu seinem Tod zusammen (Hardin 157).

Mutterschaft

Sophie brach acht Kinder zur Welt, aber erst fünf überlebten die frühe Kindheit: zwei Töchter – Maximiliane und Luise – und drei Söhne – Fritz, Carl, und Franz Wilhelm. Sophie überlebte zwei ihrer Kinder. Franz starb im Jahr 1791, und Maximiliane starb 1793. Die jüngsten Kinder Maximilianes, einschliesslich Bettina von Arnim, lebten mit Sophie nach dem Tod ihrer Mutter zusammen (Frederiksen 140). Sophie war auch die Grossmutter von Clemins Brentano, einem berühmten Dichter. Jahrelang war sie eher durch diese Verwandtschaft als durch ihre eigenen Werke bekannt (Hardin 157). In den 1790iger Jahren half Sophie ihrer Tochter Luise durch eine Ehe mit einem gewalttätigen, alkoholischen Mann (Hardin 158).

Der Zustand

Konflikt kam sogar in Sophies Ehe. Ihr Mann war ein guter Mann, und er hatte eine erfolgreiche Karriere, aber im Jahr 1780 – zu der Zeit der französischen Revolution – beendete er seine Karriere, und Sophie musste freie Schriftstellerin werden (Blackwell 150, tkp). Nach dem Tod des Manns und nach der französischen Invasion in Trier, verlor Sophie ihre Rente, und sie verliess sich ganz auf ihr Schreiben, um sich selbst und die Kinder bis ihren Tod im Jahr 1807 zu unterhalten (Blackwell 149).

Die Werke

Sophie La Roche war oft die Erste: die erste bekannte Frau, die einen deutschen Roman schrieb (Frederiksen 141), auch schrieb sie den ersten deutschen Briefroman – d.h. „epistolary novel" auf English – und den ersten deutschen sentimentalen Roman (Hardin 156).

Insgesamt schrieb sie 28 Bücher (Blackwell 150). Zusätzlich gab sie zwei Jahre eine moralische Wochenschrift (Pamona für Teutschlands Töchter) heraus. Es war auch das erste Mal, dass eine moralische Wochenschrift von einer Frau herausgegeben wurde (Frederiksen 141).

Sophies Werke beschaffte ihr eine Gelegenheit, nach England und Holland, in die Schweiz, und in andere deutsche Länder zu reisen. Während der Reisen führte sie Forschung, und sie machte ihre Schriften bekannt. Sophies Werke beschafften auch Geld für ihre Familie.

Am Anfang war das Schreiben für sie eine grosse Herausforderung. Man hatte sie in der französischen Sprache aufzogen, die richtig für ein gebildetes Mädchen des Hofs war (Blackwell 149). Aber natürlich sprachen und lasen die Leser ihrer Schriften Deutsch, weil sie Mittlestandsfrauen waren (Blackwell 149). Sophie arbeitete als fleissig, um Deutsch zu lernen, und sie hatte grossen Erfolg mit der Hilfe Wielands (Hardin 156).

Ihre Werke zeigten die Ideale der Aufklärung: Verbesserung durch Bildung, kritische Gedanken, Selbständigkeit, und das Bürgertum gegen aristokratische Misstände. Sie schrieb, um die Frauen zur Selbstkenntnis, Selbstliebe, und Selbstverbesserung zu erziehen (Blackwell 150). Sie schrieb über solche Themen wie die Armut, Niederkunft, Natur so wie der Ursprung des Friedens und der Gerechtigheit, und die Tugend und die selbstlose Arbeit. Sie rief auch nach persönlichen Veränderungen an Stelle von gefühlsbetonter Empörung.

Ihre Zeitgenossen

In ihren frühen Jahren war Sophie unter den Leserinnen sehr beliebt (Blackwell 150) und wird heute als „among the most progressive women authors of her day" betrachtet (Hardin 157-58). Aber die Stürmer und Dränger und auch die Romantiker verwarfen ihre Werke (Blackwell 149, 150, 152, Hardin 156).

„La Roche was acclaimed as a maternal muse by the fiery young Sturm und Drang authors", aber sie wurde nicht wirklich ernst genommen (Hardin 156). Die Stürmer und Dränger hatten unterschiedene Ideen über die Liebe und die Bildung (Blackwell 150, 166, Hardin 156). Die Liebe war auch der Ursprung des Konflikts zwischen Sophie und den Romantikern (Blackwell 149, 152).

Vielleicht war es am wichtigsten, dass Sophie in einer Zeit, die Schriftstellerinnen nicht schätzte, erfolgreich war. Als die erste bekannte deutsche Romanschriftstellerin machte sie den Weg für andere Autorinnen frei (Blackwell 151). Aber weil sie „rural, domestic, and caring" Qualitäten in den Romanen der Frauen förderte, „she also indirectly contributed to the confinement of women authors to [those qualities] throughout much of the nineteenth century" (Blackwell 151).

Es gibt wenig Zweifel, dass Sophie von La Roche ein vollendetes und auch ein konfliktsvolles Leben lebte. Man versteht heute endlich ihre Bedeutung, und vielleicht wird später ein detaillierteres Verständnis der Themen, die sie in ihren Werken diskutierte, kommen.


Literaturverzeichnis
  1. Jeannine Blackwell, Suzanne Zantop. Bitter Healing: German Women Writers 1700-1830 An Anthology. Lincoln: University of Nebraska Press, 1990, 148-187.
  2. Elke Frederiksen. Women Writers of Germany, Austria and Switzerland. New York: Greenwood Press, 1989, 140-141.
  3. James Hardin, Christopher E. Schweitzer. German Writers in the Age of Goethe: Sturm und Drang to Classicism. Detroit: Gale Research Inc., 1990, 154-161.
  4. ----. (tkp)The Kassandra Project, Biographies: Sophie von La Roche. [http://www.reed.edu/~ccampbel/tkp/bio/SvLaR.html], October 1999.