GER 341: German Literature
Oregon State University
7 December 2000

Sophie von LaRoche (1730-1807)

von Rebecca Holcomb

Sophie von LaRoche, die erste deutsche Frau, die einen Roman schrieb (Becker-Cantario 141), wurde am 6. Dezember 1730 in Kaufbeurn geboren (Blackwell dlb 155). Sie hieß Maria Sophie Gutermann. Ihr Vater war Arzt, und dann ab 1740 war er der Dekan des medizinischen Kollegiums in Augsburg (gutenberg.aol). Bevor er Dekan wurde, praktizierte er Medizin in Kaufbeuren, Kempten und Lindau (gutenberg.aol). Nicht viel ist über Sophies Mutter bekannt. Ihr Name war Regina Barbara Gutermann, née Unold. Sie starb im Jahre 1747, wahrscheinlich an Schwierigkeiten mit der Geburt ihres letzten Kindes. Sophie war erst 17 Jahre alt (Blackwell dlb 155).

Sophie war das älteste von 13 Kindern. Sie war das „Wunderkind" ihres Vaters und seine „kleine Bibliothekarin." Mit 5 Jahren las sie schon die ganzen Bibel (Blackwell 149). Trotzdem gab es keinen Platz imWeltbild ihres Vaters für die Ausbildung einer Frau, obwohl der bekannte Pädagoge und Philosoph Jacob Brucker anbot, sie aufzuziehen. Statt dessen lernte sie die „Frauenkünste" – Französisch, Tanzen, Malerei, Musik, Näharbeit und Kochen (Blackwell dlb 155).

Sophie war dreimal verlobt. Das erste Mal war sie mit einem Leibarzt verlobt. Dieser hieß Gian Lodovico Bianconi. Sophie lernte Mathematisch und Italienisch von ihm. Die Verlobung wurde wegen einer religiösen Auseinandersetzung abgebrochen. Sie konnten sich darüber, in welcher Religion die Kinder aufgezogen sein sollten, nicht einigen. Sophies Vater verlangte sogar, dass sie ein Photo von Bianconi abreisst (Blackwell dlb 156).

Danach wurde Sophie nach Biberach zu der verwandten Familie Wieland geschickt. Da, im Sommer 1750, wurden Sophie und Christoph Martin Wieland kurz verlobt. Die Verlobung wurde aber schnell aufgelöst, da die beiden doch verwandt waren und die ganze Familie dagegen war. Trotzdem blieben Wieland und Sophie Freunde. Er wurde sogar ihr Mentor und Herausgeber (Blackwell dlb 156).

Endlich wurde Sophie am 27. Dezember 1753 mit Georg Michael Frank von LaRoche verheiratet. Er war der Privatsekretär und geliebsten Sohn des Kürfurstens von Stadion am Mainz (Blackwell dlb 156). Zusammen hatten sie acht Kinder, aber nur fünf davon überlebten die Kindheit. Die hießen Maximiliane, Fritz, Luise, Carl und Franz Wilhelm. Sophie überlebte aber auch noch zwei ihrer Kinder – Maximiliane und Franz (Blackwell dlb 157).

Als der Kürfurst im Jahre 1762 in den Halbruhestand trat, ging die Familie LaRoche mit ihm nach Warthausen. Sie blieben bis dem Tod des Kürfurstens im Jahre 1768 da. Kurz danach wurde Georg Micheal als Kanzler von Trier angestellt (Blackwell dlb 156). In dieser Zeit führte Sophie einen Salon und half ihrem Mann mit seiner französischen Korrespondenz.

Leider ging Georg Micheals Karriere im Jahre 1789 zu Ende nach der Herausgebung von seinen Briefe über das Mönchwesen (1771) (Blackwell dlb 157). Die Familie wurde von einem Bekannten in Speyer aufgenommen (gutenberg.aol). Sie blieb bis 1786 da, dann zog die Familie nach Offenbach (gutenberg.aol). Das bedeutete viele Veränderungen für Sophie von LaRoche. Zuerst einmal war Speyer eine kleine Stadt. Zunächst gab es jetzt Geldschwierigkeiten. Deshalb fing Sophie wirklich zu schrieben an (Blackwell dlb 157). Sie hatte schon Geschichte des Fräuleins von Sternheim (1771) geschrieben, und mit der Hilfe Chirstoph Wielands sogar ausgegeben. Dieses Buch war sehr beliebt und versicherte, dass Sopie immer Leser hatte (Blackwell 150). Sogar Goethe und Schiller nannte sie „a maternal muse", obwohl ihre Begeisterung nicht lange dauerte (Blackwell 150).

Als Sophie noch in Trier war, traf sie Christoph Wieland wieder. Er wurde ihr Mentor. Er überzeugte sie, Deutsch zu lernen, und wurde der Herausgeber von Geschichte des Fräuleins von Sternheim (1771). Sophie lernte Deutsch nur langsam, ohne mal Deutschunterricht zu haben. Die beiden waren immer befreundet und wechselten über 5000 Briefe (Blackwell dlb 156-157).

Sophies nächstes Werk war der Anfang ihrer Zeit als eine finanzell unabhängige Autorin. Dieses Werk war Rosaleins Briefe an ihre Freundin Marianne von St** (1779-1781) (Blackwell dlb 157). Dannach schrieb Sophie viele Werke. Sophies Hauptfiguren fanden immer einen Weg, anderen zu helfen oder sie zu bilden (Zantop 37). Ihre Hauptfiguren machten immer das Richtige, obwohl andere ihnen wehtun, und dann, wenn alles fertig ist, wird jedes Wehtun richtig gemacht (Blackwell 151).

In dieser Zeit war Sophie auch die Herausgeberin einer monatlichen moralischen Zeitschrift Pomona für Teutschlands Töchter (1782-1784). In den zwei Jahren dieser Zeitschrift gab es 24 Nummer (Blackwell dlb155). Frauen sollten von dieser Zeitschriften lernen, wie sie sich verbessern konnten.

Im Jahre 1788 starb Georg Michael in Offenbach. Als Witwe konnte Sophie dann reisen. Sie fuhr überall in Europa hin und schrieb darüber. Ihre „traveloges", wie zum Beispiel Erinnerungen aus meiner dritten Schweizereise (1793), brachten Frauen die Welt gebracht (Blackwell dlb 155). Außer Witwen durften Frauen schliesslich allein nicht reisen.

Im Jahre 1793 starb Maximiliane, und vier Jahre später starb deren Mann (Gutenberg.aol). Sophie nahm die jüngsten drei Waisen auf (gutenberg.aol). Allerdings wurde Sophie für ihre Enkelin bekannt: Bettina von Arnim. Bei ihrer Großmuttter lernte Bettina viele bekannte Leute, die sie beeinflußte, kennen (Blackwell dlb 157). Sophie von LaRoche starb am 18. Februar 1807. Ihr Tod bleib von den meisten Menschen unbemerkt (Blackwell dlb 158).

Für viele Jahre wurden LaRoches Werke ignoriert. Sie war nur für ihre Tochter, Maximilane, ihre Enkelin, Bettina von Arnim und ihr Enkel, Clemens Brentano bekannt. Obwohl ihr Roman Geschichte des Fräuleins von Sternheim (1771) der erste Roman von einer Frau war, und sie war die erste Frau, die als finanzell unabhängige Autorin schrieb, ist sie in der Geschichte der Literatur bis neulich beiseite liegen gelassen. Sie paßte nicht mit den Stürmern und Drängern zusammen, weil sie an die Ausbildungsfähigkeit aller Leute glaubte. Aber sie paßte auch nicht mit den Romantikern zusammen, weil sie an die Liebesehe nicht glaubte. Nur heute wird Sophie von LaRoche wieder gelesen und diskutiert.


Literaturverzeichnis

Barbara Becker-Cantario. "LaRoche, Sophie von." Women Writers of Germany, Austria, and Switzerland. An Annotated Bio-Bibliographical Guide. Ed. Elke Frederiksen. New York: Greenwood Press, 1989. 140-141.

Jeannie Blackwell. „Sophie von LaRoche." German writers in the age of Goethe: Sturm und Drang to Classicism. Dictionary of Literary Biography. Vol. 94. Ed. James Hardin and Christoph E. Schweitzer. Detroit: Bruccoli Clark, 1990. 154-161.

Jeannie Blackwell. "Sophie von LaRoche." Bitter Healing. German Women Writers 1700-1830. Ed. Jeannie Blackwell and Susanne Zantop. Lincoln: University of Nebraska Press, 1990. 147-187.

Roy Pascal. The German Sturm und Drang. Manchester: Manchester University Press, 1967.

"Sophie von LaRoche." [http://gutenberg.aol.de/autoren/laroche/htm], 5 November 2000.

Susanne Zantop. "The Beautiful Soul Writers Herself." In the Shadow of Olympus: German Women Writers around 1800. Ed. Katherine R. Goodman and Edith Waldstein. Albany: State University of New York Press, 1992. 29-52.