GER 343: German Literature
Oregon State University
June 5, 1997

FRANZ KAFKA
1883-1924

von
Deborah Reed

Seine Jugend

Franz Kafka wurde am dritten Juli 1883 als Sohn des jüdischen Kaufmanns Hermann und seiner Frau Julie in Prag geboren. Er hatte drei jüngere Schwestern, Valerie, Gabriele, und Ottla, und zwei Brüder, die Georg und Heinrich hiessen, aber die zwei Jungen starben, als sie noch sehr klein waren. Seine Eltern arbeiteten viel in ihrem Geschäft und hatten sehr wenig Zeit für die Kinder. Deswegen waren sie oft bei einer Gouvernannte, die Marie Werner hiess, aber einfach 'Fräulein' genannt wurde. Kafka schrieb, dass die schönste Zeit seiner Kindheit sei, als er mit dem Fräulein in den Stadtpark ging, um die Enten zu füttern. Seine Familie zog oft während Kafkas Kindheit um, und er isolierte sich von Freunden und natürlich auch von seinen Eltern, die so beschäftigt waren.

Kafka war dünn, zart und sehr ernst. Er sorgte sich um alles und fühlte sich schuldig für alles. Das war für seinen Vater immer ein Problem. Obwohl Kafka sehr gehorsam war, scheint es, dass sein Vater so authoritär war, dass der kleine Franz ihm nichts richtig machen konnte. Man kann sagen, dass Kafka Angst vor seinem Vater hatte, obwohl dieser Kafka nie schlug. Sein Vater war ein großer, lauter Mann, der Kafkas spätere Werke sehr beeinflusste.

Sein Privatleben

Weil die offizielle Sprache der Österreichisch-ungarischen Monarchie Deutsch war, sprach seine Familie zu Hause Deutsch und schrieb Kafka alles bis zu seinem Tod auf deutsch. Er studierte Jura und Germanistik in Prag, wo er seinen Doktor in Jura machte. Nach seinem Studium arbeitete er für die Arbeiter-Unfall-Versicherungsanstalt für das Königreich Böhmen in Prag. Am Tag arbeitete er normale Stunden im Büro und abends schrieb er. Oft kam er erschöpft ins Büro, weil er die ganze Nacht geschrieben hatte.

Diese Tage waren für Kafka sehr schwierig. Genug Zeit für das Schreiben und für ein Liebesverhältnis hatte er nicht. Obwohl er sich zweimal verlobt hatte, heiratete er nie, und er hatte immer Probleme mit Frauen. Sein Freund Max Brod versuchte das Verhältnis zwischen Kafka und seiner ersten Verlobten Felice zu reparieren. Felice verstand das Verhalten Kafkas nicht. Sie fand ihn launenhaft und widerspruchsvoll. In einem Brief an Felice erklärte Brod Kafkas Verhalten als die Folge seiner oft "pathologischen Sensibilität". Er schrieb, daß Kafka sehr unter seiner Bürotätigkeit leide, und "One must try to help him... with understanding and kindness, aware that such a unique and wonderful human being deserves to be treated in a different way from the millions of banal and commonplace people" (Mailloux 256).

Aber Kafka glaubte, daß alles in seinem Leben, was positiv war, nicht lange hielte, und außerdem war das Schreiben seine erste Liebe. Er wußte, dass ein Leben mit ihm unerträglich war, aber konnte nichts dagegen machen. Felice fühlte sich von Kafkas Liebe gequält und unglücklich, aber wußte trotzdem, daß er sie liebte. Nach zwei Jahren endete das Verhältnis zwischen Felice und Kafka, aber einige Zeit später verlobten sich die zwei noch einmal. Endlich, nach wenigen Jahren, wußte Kafka schon, dass er wegen seiner Tbc-Krankheit nicht mehr lange leben würde, und er beendete er das Verhältnis mit Felice.

Sein Vater

Die Angst, die Kafka vor seinem Vater hatte, war so groß, daß es Kafka sein Leben lang verfolgte. Er wollte die Demütigung und die Angst, die er so lange ertrug, austreiben, deshalb schrieb Kafka, als er 36 war, einen sehr bekannten Brief an seinen Vater. In dem Brief beschrieb er sich selbst als schwach, dünn, und schüchtern, und seinen Vater als stark, gesund, und als einen sehr beredteten Mann. Er erzählte von vielen Vorfällen, so zum Beispiel während des Abendessens, als sein Vater ihn ständig kritisierte, und auch ihm in Anwesenheit seiner Mutter empfahl, eine Prostituierte zu besuchen, um ihn zu demütigen. Er erzählte auch von den schlechten Beziehungen zwischen seinem Vater und anderen Verwandten und beschuldigte auch seinen Vater der schlechten Behandlung seiner Angestellten. Er analysierte sich selbst und vermutete, dass er so viele Probleme hätte, weil er seinem Vaterimmer so gut gehorchte. Er schrieb, dass alles, was ihn an seinen Vater erinnerte, ihm zuwider war, wie zum Beispiel die Familie, das Judentum, das Geschäft, und ein normales Leben. Das Wichtigste war, daß er nie heiraten konnte, obwohl er es wirklich gern getan hätte, weil die Ehe, dachte Kafka, seines Vaters eigene Domäne sei. Er schrieb:

I must do something that will have, if possible, no connection with you at all; though marrying is the greatest thing of all and provides the most honorable independence, it is also at the same time in the closest relation to you. To try to get out of all this has therefore a touch of madness about it, and every attempt is almost punished with it (Mailloux 438).

Merkwürdigerweise las sein Vater diesen Brief nie. Kafka hatte zu viel Angst vor seinem Vater, um ihm diesen Brief zu geben! Am Ende dieses Briefes schrieb Kafka die Antwort seines Vaters selbst, und in diesem Brief schimpfte "Hermann" seinen Sohn aus. "Hermann" nannte Kafka einen Parasiten und erzählte, daß Kafka ungeeignet fürs Leben wäre. Man kann nur spekulieren, warum Kafka einen Brief auf einer solchen Art und Weise geschrieben hatte. Vielleicht kam er irgendwie am Ende seines Lebens mit seinem Vater und dem schlechten Gefühl durch diesen Brief weiter.

Seine Werke

Charles Dickens beinflußte Kafka sehr. Dickens und Kafka hatten viel miteinander gemeinsam. Wie Kafka, hatte Dickens viele Schwerigkeiten mit seinen Eltern, besonderes mit seinem Vater. Kafka sagte selbst, daß sein Roman Amerika eine absolute Nachahmung von Dickens sei. Themen, wie zum Beispiel die Bürokratie, die Autorität, Rechtsanwälte, Kinder und die Bestrafung beschrieben beide sehr oft. Noch ein Thema, das man sehr oft in Kafka sieht, ist die Schuld. Er schrieb oft über den Kampf zwischen Gut und Böse und sah die Schuld auch in Leuten, die unschuldig aussehen. Er benutzte oft das Gesetz, um die Schuld aus den Leuten zu bringen, wie in Das Urteil und Der Prozeß.

Kafka beeinflußte die Literatur und Kulturwelt sehr. Er schrieb von der unpersönlichen Bürokratie in der modernen Welt, bevor solche Bürokratie existierte. Er beschrieb die Grauenhaftigkeit der totalitären Politik bevor, Leute selbst daran gedacht hatten. Man nennt ihn auch einen psychologishen Schriftsteller, weil er oft von dem Unterbewußtsein schrieb. Nach dem zweiten Welt Krieg war er besonderes in England und Amerika sehr beliebt, weil die Leute eine Beziehung zu seine Werken fühlten. In der Zeit übernahmen auch die Surrealisten und die Existentialisten in Frankreich Kafka als eine Stimme für ihre Bewegungen. Seine Werke sind weltweit von 1925 bis heute in vielen Sprachen übersetzt.

Von 1916 bis 1927 schrieb Kafka seine wichtigsten Werken, wie Die Verwandlung, Das Urteil, Der Prozeß, Das Schloß und andere. 1917 erkrankte er an Tbc, aber Kafka schrieb bis zum Ende seines Lebens am dritten Juni 1924.

Merkwürdigerweise, obwohl Kafka einen großen Eindruck auf die Welt der Literatur machte, war er ziemlich unbekannt, als er noch lebte. Kafka war ein sehr privater Mensch. So extrem war er, daß er seinem Freund Max Brod bat, seine Werke nach seinem Tod nicht zu veröffentlichen. Glücklicherweise gehorchte Brod ihm nicht und veröffentlichte die meisten Werke Kafkas posthum.


Bibliographie

  1. Harold Bloom. Franz Kafka. New York, NY.: Chelsea House Publishers, 1986.

  2. Erich Heller. The Basic Kafka. New York, NY.: Pocket books, 1979.

  3. Peter Mailloux. A Hesitation Before Birth. Cranbury, NJ.: University of Delaware Press,1989.

  4. [http: //www.informatik.uni-hamburg.de/gutenb/autoren/kafka.htm], May 1997.